11.07.2012

Autobahn
Kühlauflieger voller Kabeljau brennt aus

Wildeshauser und Dötlinger Feuerwehr im Einsatz – Schwierige Bergung – Lange Vollsperrung

Sieben Stunden ging nichts in Richtung Osnabrück. Ab Wildeshausen-Nord war gesperrt.
Ulrich Suttka

BUSCH Ein geplatzter Reifen an einem Kühlauflieger kurz hinter der Autobahnanschlussstelle Wildeshausen-Nord hatte am Montagabend weitreichende Folgen: Sachschaden von rund 80 000 Euro, mehr als 50 Feuerwehrkräfte im Einsatz, die Autobahn insgesamt sieben Stunden voll gesperrt in Richtung Osnabrück (die NWZ  berichtete bereits kurz). Zwar hatten die Freiwilligen Feuerwehren Wildeshausen und Dötlingen den Brand nach rund einer Stunde bereits gelöscht, doch die Bergung des Aufliegers und der Ladung, 26 Tonnen gesalzener Kabeljau aus Norwegen, erwies sich als kompliziert und zeitaufwendig. Daher konnte die Autobahn erst um 4 Uhr am Dienstag wieder freigegeben werden.

Passiert war der Unfall bereits am Montag gegen 20.50 Uhr. Da fuhr ein 52-jähriger Portugiese mit seinem Sattelzug auf der Autobahn 1 im Bereich der Gemeinde Dötlingen. Direkt hinter der Anschlussstelle Wildeshausen-Nord geriet der Kühlauflieger in Brand. „Ursächlich hierfür dürfte nach Spurenlage ein geplatzter Reifen sein“, so die Autobahnpolizei. Der Lkw-Fahrer reagierte sofort: Er lenkte den Sattelzug auf den Pannenstreifen und kuppelte die Zugmaschine gerade noch rechtzeitig ab, bevor der Auflieger lichterloh brannte.

Die Feuerwehren aus Wildeshausen und Dötlingen eilten mit 13 Fahrzeugen und genau 57 Kameraden unter der Leitung von Wildeshausens Ortsbrandmeister Müller herbei und bekamen den Brand in den Griff. Teilweise mussten auch Atemschutzträger in das Fahrzeug steigen. Um 22.15 Uhr war das Feuer dann aus.

Der Kühlauflieger dürfte nach dem Brand nur noch Schrottwert haben. Auch die Ladung, 26 Tonnen gesalzener Kabeljau, ist als Lebensmittel nicht mehr zu verwenden. Für die Brandbekämpfung und die aufwendige Bergungsarbeiten musste die Richtungsfahrbahn Osnabrück durch die Autobahnmeisterei Wildeshausen komplett gesperrt werden. In den ersten beiden Stunden bildete sich dadurch ein Rückstau bis zu zwei Kilometer Länge; durch den in der Nachtzeit üblichen Rückgang des Verkehrsaufkommens löste er sich gegen Mitternacht auf.

Auch die Untere Wasserbehörde des Landkreises Oldenburg kam vorsorglich zum Einsatzort, da genau unterhalb des Brandortes der Altonaer Mühlbach verläuft. Nach eingehender Überprüfung stand fest: keine Gefahr für das Gewässer, berichtet die Polizei.

 @ Mehr Bilder unter http://www.NWZonline.de/fotos-landkreis

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv

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