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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Zugführer verhindert schlimmen Unfall

09.01.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-01-09T05:13:25Z 280 158

Probleme Mit Schranke:
Zugunfall in Ganderkesee nur ganz knapp verhindert

Rethorn Nur knapp einem schlimmen Unfall entgangen sind am frühen Freitagmorgen in Rethorn zwei Autoinsassen und etwa 100 Passagiere der Nordwestbahn: Weil sich eine Schranke zu früh öffnete, fuhr ein mit zwei Frauen besetzter Pkw aus Hude über den Bahnübergang am Ziegelweg, obwohl sich in diesem Moment ein weiterer Zug näherte. Zur Kollision sei es nicht gekommen, weil der Triebwagenführer der Nordwestbahn geistesgegenwärtig eine Schnellbremsung eingeleitet habe, teilte die Bundespolizei am Freitagmittag mit.

Gegen 5.30 Uhr hatte eine 48-jährige Huderin vor dem geschlossenen und mit Rotlicht gesicherten Bahnübergang gehalten. Mit im Auto saß eine 31-jährige Arbeitskollegin. Als ein Zug durchgefahren war, öffnete sich die Schranke und die Huderin fuhr los. Sie habe noch einen sogenannten „Achtungspfiff“ der herannahenden Nordwestbahn wahrgenommen, heißt es im Polizeibericht, dann passierte der Zug auch schon – bei geöffneten Schranken – den Bahnübergang. Der Pkw befand sich in diesem Moment bereits auf der anderen Seite.

Nach Angaben der Bundespolizei war der Bahnübergang „technisch nicht ausreichend gesichert.“ Wie die NWZ kürzlich berichtet hatte, werden die Schranken am Ziegelweg zurzeit manuell bedient. Sogenannte Bahnübergangsposten (BÜP) sichern rund um die Uhr den Betrieb und bedienen die Schranken. Zu der Frage, ob der Posten möglicherweise die Schranken zu früh hochgestellt hat, konnte ein Polizeisprecher nicht sagen: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“

Auch eine Bahnsprecherin wollte den Ermittlungen der Bundespolizei wegen einer Gefährdung des Bahnverkehrs sowie eines möglichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr nicht vorgreifen. Der Einsatz eines BÜP sei nicht ungewöhnlich. Im Übrigen gebe es ein doppeltes Rotlicht auch für den Fall, das Schranken geöffnet seien. Die Schließung des Übergangs sei derzeit kein Thema. Dies sei ohnehin nur im Einvernehmen mit dem „Baulastträger“, hier der Gemeinde, möglich. Der Bahnübergang soll im Frühjahr erneuert werden. Die Polizei sucht Zeugen – insbesondere Insassen eines weißen Kleinwagens, der zum Zeitpunkt des Vorfalls auf der anderen Seite des Bahnübergangs gestanden haben soll. Sie werden gebeten, sich unter Telefon   0441/218 380 zu melden.