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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Endzeitspiel macht mächtig Spaß

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Turnier In Hundsmühlen:
3 – 2 – 1 – Jugger!

Hundsmühlen Zwei Gruppen aus jeweils fünf Spielern stehen sich gegenüber, die eine Gruppe trägt Orange, die andere Grün. Links und rechts schwingt je einer der Spieler eine lange Kette, der Rest hat seltsam aussehende Stäbe in diversen Variationen in der Hand.

Auf einmal zählt jemand: „3 – 2 – 1 – JUGGER!“. Im gleichen Moment rennen beide Teams aufeinander los. Wer getroffen wird, kniet sich hin … Darf nach einer Pause weiterkämpfen. Was für Neulinge auf den ersten Blick recht wild aussieht, folgt einer gewissen Ordnung, es scheint Regeln (siehe Kasten) für das zu geben, was wie Endzeit-Rugby wirkt.

Ein Spiel dauert sieben Minuten

Nur ein Spieler pro Mannschaft darf den Ball (Jugg) aufnehmen, der sogenannte Läufer. Die anderen vier Teammitglieder sind mit Pompfen (gepolsterte Stäbe oder gepolsterte Kette) ausgerüstet, mit denen sie versuchen, dem Läufer den Rücken frei zu halten und ihm den Weg zum gegnerischen Mal zu ermöglichen.

Jede Berührung, die ein Spieler abbekommt, führt zu einer Zeitstrafe (fünf bis acht Takte, das sind zehn bis 16 Sekunden). Nach einem Punkt wird das Spiel, ähnlich wie beim Basketball, unterbrochen und es geht wieder von vorne los. Ein Spiel dauert zwei mal 100 Steine, also etwa 7 Minuten.

In Hundsmühlen fand am Wochenende das 10. Oldenburger Juggerturnier in der Großraumturnhalle am Querkanal statt. 16 Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet traten an. Das Grundprinzip: Beim Jugger geht es darum, den Jugg (den Spielball) in der Mitte des Feldes aufzunehmen und in das Mal (einen Schaumstoffeimer) zu stecken. Hört sich einfach an, ist angesichts diverser Spieler aber alles andere als das.

Auf jeden Fall hat das Spiel einen Spaßfaktor von 100 Prozent, findet auch Jann Heye Ksellmann, Trainer und Vorstandsvorsitzender des Jugger-Vereins „Oldenburger Keiler“. Jugger ist ein Trendsport, der 20 Jahre nach dem Kinofilm „Jugger – Kampf der Besten“ so richtig boomt. Die Oldenburger Spieler sind in meisten Fällen Studenten.

2006 als Interessensgemeinschaft gegründet und seit 2007 als Verein bestehend können die Jugger in Oldenburg bereits auf eine kleine Epoche zurückblicken. Anfangs gab es Probleme und Wirbel um die Anerkennung von Jugger als Sport; dies ist inzwischen jedoch längst kein Thema mehr.

„Zwar hat sich Jugger in Lüneburg als Verein leider nicht bis heute halten können, doch sind mit Hannover und Rotenburg zwei Traditionsvereine nach wie vor aktiv. In Göttingen und Braunschweig wird ebenfalls seit Jahren an der Uni gejuggert und als jüngsten Zugang begrüßen wir zum Turnier die Juggerfreunde des SC Schoelerberg aus Osnabrück“, stellt Christoph Brunken, Sprecher der Jugger Allianz Niedersachsen, zufrieden fest.

Besucher konnten sich am Sonnabend und Sonntag bei den Finalspielen an actionreichen Szenen erfreuen. Eine aufwendige Ausstellung erzählte parallel zum Turnier die Geschichte der Entwicklung von Jugger in Oldenburg und Niedersachsen.

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