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Fußball:
SV Atlas beweist stärkere Nerven

Hude VfL Wildeshausen gegen SV Atlas – da war doch was? Richtig, vor fast acht Monaten standen sich die beiden Fußballteams zuletzt im Krandel-Stadion vor einer Rekordkulisse im Bezirksliga-Gipfeltreffen gegenüber. Ende Mai reichte Wildeshausen ein 1:1 zum umjubelten Aufstieg in die Landesliga. Am Sonntag standen sich die beiden Mannschaften auch im Endspiel der Fußball-Hallenkreismeisterschaft in Hude gegenüber. Wiederum gab es nach regulärer Spielzeit ein 1:1, doch im Neunmeterschießen zogen die Wildeshauser gegen die Delmestädter mit 3:5 den Kürzeren. Atlas Delmenhorst heißt somit der neue Titelträger – die Freude war dieses Mal ganz aufseiten der vielen SVA-Anhänger. Dritter wurde Vorjahressieger TV Munderloh vor dem SV Tur Abdin.

„Es kann leider nur einen Sieger geben. Wir haben es nicht geschafft, im Endspiel das vorentscheidende 2:0 zu erzielen. Daher: Gratulation an den SV Atlas“, sagte Wildeshausens Trainer Marcel Bragula. In dem heiß umkämpften Finale sahen zunächst die Kreisstädter wie die Gewinner aus. Maximilian Seidel brachte den Landesligisten bereits nach zwei Minuten in Führung. Nur 60 Sekunden später spielte dem VfL eine Zweiminutenstrafe gegen den Delmenhorster Lars Scholz nach rüdem Foul an der Bande gegen Storven Bockhorn in die Karten. Mit einem Mann mehr auf dem Hallenparkett belagerte Wildeshausen in dem zehnminütigen Endspiel das Gehäuse des starken Atlas-Schlussmanns Florian Urbainski. Doch sowohl Bockhorn (3.) als auch Lennart Feldhus (5.) schossen neben das Tor.

In der voll besetzten Halle am Huder Bach bekam der SV Atlas nach Ablauf der Zeitstrafe Oberwasser. Die erste Gelegenheit der Blau-Gelben vereitelte VfL-Keeper Lauren Riedel noch mit dem Kopf (7.). In der anschließenden Szene leistete sich Jan Lehmkuhl ein überflüssiges Foul und wurde von Schiedsrichter Felix Heuer (Heidkrug) ebenfalls für zwei Minuten vom Feld geschickt. Die Folge waren drückend überlegene Delmenhorster, die durch Iman Saghey-Bi-Ria den verdienten 1:1-Ausgleich markierten.

Mit Glück und Geschick rettete sich Wildeshausen ins Entscheidungsschießen. Vom Neunmeterpunkt waren bis zum 3:2 für Atlas alle Akteure treffsicher. Tobias Düser war dann so etwas wie der tragische Held im Dress des VfL. Der 23-Jährige fand in Urbainski seinen Meister. Als fünfter Atlas-Schütze hielt sich der ehemalige iranische Nationalspieler Bi-Ria schadlos und bescherte seiner Mannschaft den Titel des Hallenkreismeisters. Aus den Händen des Vorsitzenden des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst, Erich Meenken, nahm Mittelfeldspieler Stefan Bruns den großen Pokal entgegen.

„Bei uns hat das Quäntchen Glück gefehlt. Es hat dennoch Spaß gemacht“, erklärte Bragula. Sein Gegenüber Jürgen Hahn genoss derweil das Bad in der blau-gelben Fanmenge. „Es ist schön, wenn man mit solch einem Erfolg ins neue Fußballjahr startet. Wir waren engagiert und haben auch den besten Fußball gezeigt“, so der Atlas-Trainer, der seinen Toptorjäger Dominik Entelmann nicht einsetzte. Bei der Vorjahresauflage der Hallenkreismeisterschaft war Atlas noch die große Turnierenttäuschung und musste schon nach der Vorrunde die Koffer packen.

Der VfL Wildeshausen hatte sich im Halbfinale mit 3:0 gegen Tur Abdin durchgesetzt. Atlas hatte gegen Munderloh beim 1:0 mehr Mühe. TVM-Angreifer Oliver Rauh hatte gleich vier Torchancen, der Ausgleich fiel jedoch nicht mehr. Im „kleinen Endspiel“ lief es dann wieder besser für Rauh, der beim 3:0 gegen Tur Abdin zweimal ins Schwarze traf. Das dritte Tor erzielte Torben Schütte.

„Ich bin sehr zufrieden. Wir haben am Finaltag dank einer richtig guten Abwehrleistung nur zwei Gegentore hinnehmen müssen“, erklärte Munderlohs scheidender Coach Niklas Kühne. Für ihn war es der letzte Einsatz als Trainer des Turnvereins. Sein Nachfolger wird Ralf Eilenberger.


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