Reportage:
„ ... und jetzt keinen mehr vorbeilassen“

Volontär Mathias Freese berichtet von seinen Erlebnissen beim Lauf

Sandkrug Um 7.15 Uhr klingelt am Sonntagmorgen der Wecker. Während das Teewasser kocht, dehne ich mich ein wenig. Nach einem leichten Frühstück – schließlich soll mein Körper ja in wenigen Stunden Höchstleistung bringen – fahre ich los.

9.15 Uhr: Nach einigem „Hallo!“ und „Wie fühlst du dich?“ mache ich mich ans Aufwärmen. Um dem Gedränge zu entgehen, trabe ich in den Wald – und muss mich auf jeden Schritt konzentrieren. Eine rutschige, unebene Eisdecke nimmt den Waldboden in Beschlag. Die Streckenverlegung auf die Straße war die richtige Entscheidung.

10.15 Uhr: Startschuss für die 11,5 Kilometer. Es geht los! Ich versuche, „mein“ Tempo anzuschlagen und eine passende Gruppe zu finden. Positionskämpfe bleiben zum Glück aus, die Straße ist ja breit genug.

10.23 Uhr: Nach zwei Kilometern fühle ich mich gut – bis ich auf die Uhr schaue. „Zu schnell“, denke ich – und schon fällt das Laufen schwerer.

10.30 Uhr: Ein Streckenposten hat sein Autoradio aufgedreht und beschallt die Läufer mit einem Michael-Jackson-Song. Starke Idee! Zuschauer sehe ich wenige – nur ein paar Anwohner stehen im Vorgarten und beobachten die hechelnde Meute.

10.36 Uhr: Langsam wird es anstrengend. Wir passieren ein Autohaus – und ich träume vom bequemen Sitzplatz am Gaspedal: „Nur einen Kilometer...“
10.43 Uhr: Oha, ein Berg! Zumindest für hiesige Verhältnisse – und das merkt man. Auf der Autobahnbrücke trennt sich die Spreu vom Weizen. Meine Gruppe fliegt völlig auseinander.

10.50 Uhr: Ich versuche, ein angenehmes Tempo zu finden. Instinktiv bleibe ich aber immer an den Läufern dran, die mich überholen – bis ich nach ein paar Metern merke, dass sie zu schnell sind.

10.54 Uhr: Nur noch zwei Kilometer. Aufrichten, Arme durchschwingen – und jetzt keinen mehr vorbeilassen!

11.02 Uhr: Die Zielgerade an der Schultredde ist gesäumt von Zuschauern – gefühlt Tausende – und alle jubeln mir zu. Davon getragen fliege ich ins Ziel – Geschafft!

Leserkommentare

Kommentieren Sie diesen Artikel
Liebe Leserin, lieber Leser,

momentan steht Ihnen die Kommentarfunktion auf NWZonline.de nicht zur Verfügung. Bitte haben Sie hierfür Verständnis.

- Das Team von NWZonline

Über den Autor

Mathias Freese

Volontär
NWZ-Redaktion
Tel.: 0441 9988 2003
Fax: 0441 9988 2009

Artikel

Mehr zu ...

Newsletter

Das Team vom NWZonline Newsletter

MONTAGS BIS FREITAGS

die wichtigsten Nachrichten vom Tage in Ihrem Postfach.
article
3c9fb4f4-b7b3-11e5-bfec-572b7aec568b
Reportage
„ ... und jetzt keinen mehr vorbeilassen“
http://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/lokalsport/und-jetzt-keinen-mehr-vorbeilassen_a_6,0,2750005135.html
11.01.2016
http://www.nwzonline.de/rf/image_online/NWZ_CMS/NWZ/2014-2016/Produktion/2016/01/11/LANDKREIS/LOKALSPORT_3/Bilder/LANDKREIS_LOKALSPORT_1_3c7c8d47-1b4a-4b9a-bf41-f07628188562--278x337.jpg
Lokalsport,Reportage
Lokalsport

Kreis Oldenburg

Bildung

Damit Schüler wissen, was gefeiert wird

Wildeshausen Vayde Dobrinishka arbeitet am Montag im Imbiss. Ali Pouladi beneidet Deutschland um die friedliche Revolution von 1989. Die NWZ  sprach mit Flüchtlingen über den 3. Oktober.