Streit Um Campingplatz In Aumühle:
Illegale Hütten sollen bis Ende April verschwinden

Auf dem Gelände im Landkreis Oldenburg leben mehr als 100 Menschen zum Teil in selbst gebauten Behausungen. Viele von ihnen sind Werkvertragsarbeiter.

Wildeshausen Der Landkreis hat in Aumühle die Geduld verloren. „Wir haben dem Betreiber eine Verfügung geschickt“, bestätigte Landrat Carsten Harings am Mittwoch. Nun müsse der Campingplatzbetreiber dafür sorgen, dass die zahlreichen illegalen Hütten abgerissen werden. Bis etwa Ende April hat er dazu Zeit.

Grund für die Verordnung seien massive Verstöße gegen das Baurecht. Dezernentin Eva-Maria Langfermann spricht von „vereinigten Hüttenwerken“. Und in der Tat sind in der Vergangenheit jede Menge selbst gezimmerte Behausungen in Aumühle entstanden. „Unter den Aspekten Brandschutz und Hygiene ist das ein echtes Problem“, so Langfermann.

Harings betonte, dass der Kreis schon mehr als ein Jahr mit dem Betreiber im Gespräch sei. Auch die Bewohner wüssten um die Situation. „Es kann keinen Anspruch auf Unrecht geben“, so Harings. Deshalb nun auch die Verfügung. „Es gab reichlich Zeit, die Zustände zu beseitigen. Das kann für niemanden überraschend kommen.“

Eine Räumung, so der Landrat, sei aktuell aber kein Thema. Er wandte sich ausdrücklich gegen Kritik aus der Politik und Bevölkerung. „Es ist nicht unsere Art, gleich die Keule herauszuholen. Deshalb haben wir viele Gespräche geführt. Irgendwann aber muss man handeln.“

Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski betonte, man sei sehr an einem hochwertigen Campingplatz in der Stadt interessiert. „Davon sind wir aber derzeit meilenweit entfernt.“

Wie es nun weiter geht in Aumühle? Obdachlos wird nach Meinung des Landkreises zunächst einmal niemand. Gleichwohl leben dort deutsche Bewohner ebenso dauerhaft wie ausländische Werkvertragsarbeiter. Sie könnten nach einem Rückbau nur noch in Wohnwagen leben.

Über die Situation auf dem Platz hatte die NWZ  zuletzt mehrfach berichtet. Einige Hütten sind inzwischen auch bereits abgebaut. Ob nun in auch die anderen abgerissen werden? Der Betreiber war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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Auf dem Gelände im Landkreis Oldenburg leben mehr als 100 Menschen zum Teil in selbst gebauten Behausungen. Viele von ihnen sind Werkvertragsarbeiter.
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05.03.2015
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