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Wirtschaft:
Aquakultur interessiert Minister

Ostrittrum Es war angerichtet für den Ministerbesuch in Ostrittrum auf dem Hof Schweers. Doch Wirtschaftsminister Olaf Lies verspätete sich. So wurde der Imbiss mit dem Speisefisch „Oldenbarsch“ (richtiger Name Tilapia), ein Warmwasserfisch aus dem Nil, schon vor der Ankunft des Ministers gereicht. Unter den Gästen: Landrat Carsten Harings und Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille. Ergebnis der Verkostung: Es schmeckte den Gästen. Mit Kräutern in Alufolie gedünstet kamen 400-Gramm-Filets auf den Tisch. Eine Kostprobe, die die Hansefisch-Anlagenbau GmbH & Co. KG mit Sitz in Ostrittrum in der Gemeinde Dötlingen auftischte.

Damit war man gleich beim Thema. Das „Start-Up-Unternehmen“ betreibt auf dem Hof Coorßen in Ostrittrum eine Prototypanlage zur nachhaltigen und abwasserarmen Zucht des „Oldenbarsches“ in Aquakultur. Übrigens eine Namensgebung, die sich die Oldenburger Jungs Dr. Jan Aschenbeck, Cord Aschenbeck, Berend Aschenbeck, Daniel Janssen und Marcus Zechelius einfallen ließen. Sie sind die geistigen Väter einer Komplettlösung in der Innovationsbranche Aquakultur.

Ein Wirtschaftsbereich, der sowohl für die Landwirtschaft, aber auch für die Anwendung neuer Technologien interessant ist, wie Minister Lies beim Besuch der Anlage erklärte. Er verwies auf die gefährdeten Weltmeere. Noch ein Fakt ist von Bedeutung. Die Abwärme bestehender Biogasanlagen lässt sich in der Aquakultur aus Sicht eines Landwirtes optimal nutzen. Worte und Darstellungen, die Lies aufmerksam verfolgte.

Dr. Aschenbeck: Der bisherige Wettbewerbsnachteil des Kaltwassers (Kaltwasserfische wie Welse wachsen viermal so langsam wie Warmwasserfische) könne durch die Abwärmenutzung wettgemacht werden. Der Tilapia hat bei 29 Grad das schnellste Wachstum. Er ist Pflanzenfresser, kommt mit einer annehmbaren Futterquote aus und erreicht nach sieben bis neun Monaten die Schlachtreife. Das alles bei einem geringen Wassereinsatz.

Das Dötlinger Unternehmen beabsichtigt, das Konzept umzusetzen und in Ostrittrum eine Verkaufsanlage zu erstellen. „Wir bieten dazu das bezahlbare Gesamtkonzept an. Es reicht von der Aufzucht bis zur Vermarktung“, so Dr. Aschenbeck. In Richtung an Minister Lies warb er um EU-Gelder aus dem Europäischen Meeres- und Fischerei Fonds (EMFF) zur Förderung solcher Aquakultur-Anlagen. „Bisher haben andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen oder Bayern die Nase vorn“, so Aschenbeck.

Schließlich stellte er als Ziel eine 200 bis 300 Tonnen-Zuchtanlage für den Oldenbarsch vor. Kalkulatorisch könnte man damit 16 000 Menschen versorgen. Außerdem sei es Forschungsziel für 2015, mit „Umrüstungskits“ die Anlagen jederzeit auch auf andere Fischarten umstellen zu können.

Dabei wirken viele Firmen zusammen. Mit im Boot ist zum Beispiel auch die Meyer-Technik für die Umsetzung des Anlagenbaus und Forellen Abel. Die Tiere werden als Lebendtransport abgeholt, geschlachtet und vermarktet.

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