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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Auf dem Marktplatz weiterhin zwei Lager

14.12.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-12-14T05:22:47Z 280 158

Stadtentwicklung:
Auf dem Marktplatz weiterhin zwei Lager

Wildeshausen Rund 80 Bürger sind am Sonnabend der Einladung des Bürger- und Geschichtsvereins Wildeshausen gefolgt und verfolgten in der alten Gepäckhalle des Bahnhofes die Diskussion über Baupläne am Marktplatz. Dabei geht es um den möglichen Abriss von Häusern am Marktplatz sowie um einen Neubau für Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung und Wohnen und mögliche Auswirkungen auf die Innenstadt.

Auf dem Podium begrüßte der Vorsitzende des Bürger- und Geschichtsvereins, Bernd Oeljeschläger, mehrere Referenten und Diskutanten. Sandra Emmerling von der Unternehmensberatung Dr. Lademann & Partner schilderte das über die Jahre fortgeführte Einzelhandelsgutachten. Daniel Fuhrhop, Architekt und Buchautor aus Oldenburg, hielt dagegen. Die Sichtweisen ihrer Partei stellten Wolfgang Sasse (CDU), Rainer Kolloge (UWG), Evelyn Goosmann (SPD), Traute Sandkuhl (Grüne) und Kreszentia Flauger (Linke) dar. Außerdem steuerten Wirtschaftsförderer Claus Marx und der frühere Baudezernent des Landkreises, Folker von Hagen, Argumente bei.

Nach einem intensiven Einstieg kam die Podiumsdiskussion relativ spät auf den Punkt. Während Emmerling einen Bedarf von zusätzlich 2500 Quadratmetern an Gewerbefläche als einen Maßstab in den Raum stellte, von Begriffen wie Schaffung eines Magneten am Marktplatz, Konkurrenz von Westring und Onlinehandel die Rede war, zweifelte Fuhrhop vieles davon an. Er verwies auf ein Ensemble von Häusern aus einem Jahrhundert. Jedes Gebäude gebe ein Stück der Stadtgeschichte wieder – eine Aussage, die ihm den Beifall der Bürgervereinsmitglieder einbrachte, denn einen Abriss wollen die möglichst verhindern. Außerdem hinterfragte er, wo die Kaufkraft für weitere Flächen herkommen soll.

Kolloge zweifelte angesichts von Leerständen den Sinn weiterer Gewerbeflächen an. Sie würden auf Kosten der Nebenbereiche um den Mittelpunkt Marktplatz gehen. Goosmann sah dagegen eine Chance, wenn denn die Investoren mit Zeichnungen und mehr Informationen zeitnah aufwarten würden. „Der Marktplatz ist da, da muss was Neues hin“, sagte sie.

Sandkuhl hob auf die eigentlich zufriedenen Einzelhändler ab und führte die Arbeit einer Studentin an. Bis auf die Parkplatzsituation hätten die Gewerbetreibenden keine großen Mängel erklärt.

Flauger betonte, dass gegen eine Konkurrenz aus den umliegenden Großstädten kaum anzukommen sei. Das Projekt der Investoren überzeuge nicht. Gezielt schlechte Skizzen würden keinen Aufschluss über das eigentliche Vorhaben bringen.

Wolfgang Sasse verwies auf Eckpunkte Einzelhandelsgutachten und das Baugesetzbuch. „Wir haben das Gutachten beschlossen, es ist bindend, ebenso das Baugesetzbuch.“

Dazu hatte zuvor Hartmut Frerichs (SPD) aus dem Bauausschuss berichtet, dass es nur in einem Punkt nach dem Baugesetzbuch für die Stadt Mitspracherecht gebe. „Das ist der Erhalt der Fassade und mehr nicht. Was ein Investor mit den maroden Gebäuden macht, bleibt ihm laut Bebauungsplan überlassen. Wir können nur bei der Optik der Fassade mitreden.“

Damit wollte sich Kolloge nicht zufrieden geben. „Sagen wir, dass die Fassade erhalten werden muss, engen wir den Investor doch ein und damit auch das Projekt.“