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Hobbyzucht:
Beckstedter Weiden statt Bergalm

BECKSTEDT Fredi ist ein waschechter Schweizer, hat seine Wurzeln im Wallis; zuletzt lebte er dann ein Jahr in Tirol. Eigentlich also ein typischer Bergbewohner. Doch vor gut einem Jahr kam er nach Beckstedt, wo kaum ein Hügel den freien Blick begrenzt. Dennoch fühlt sich der Dreijährige ganz offenbar auch auf saftigen norddeutschen Wiesen wohl – genau wie zehn weitere Walliser Schwarznasen-Schafe, die der Beckstedter Reiner Claußen sein Eigen nennt. Seit 2006 züchtet der 36-Jährige die in hiesigen Gefilden seltene Gebirgsschafrasse. Mit Leidenschaft.

Die packte den einstigen Geflügelzüchter gleich, als er auf der Suche nach einem neuem Hobby im Internet auf Bilder der robusten Walliser Schwarznasen stieß: „Ich hab’ mich sofort drin verliebt!“ Die ansonsten weißen Bergschafe mit schwarzer Nasen- und Augenumrahmung, schwarzen Ohren, Vorderknien und Füßen begeisterten den Beckstedter, zumal er „keine Schafe wollte, die jeder hat“. Bei Züchtern in Stuttgart und Hol- stein fand er schließlich seinen ersten Bock „Caruso“ und ein weibliches Tier; das erste Lamm wurde 2007 geboren.

Damit war der Grundstein gelegt für eine kleine Herde, die noch im Wachsen ist: „Traum ist schon, irgendwann groß zu sein“, sagt der Hobbyzüchter. Vorerst behält er aus der Nachzucht die besten weiblichen Tiere für die eigene Zucht; ansonsten werden die zuchtgeeigneten Schafe verkauft – auch ins Ausland. Denn sehr viele registrierte Züchter der womöglich schon ein halbes Jahrtausend alten Rasse gibt es nicht, zumindest nicht in Deutschland: „In Niedersachsen bin ich der einzige.“ Aber selbst Tiere mit Fehlfarben (denn für die Zeichnung der am ganzen Körper gleichmäßig bewollten Schafe gelten enge Kriterien) seien gut an Liebhaber abzugeben, weiß Claußen aus Erfahrung.

Kein Wunder. Die bis zu 82 cm großen, zotteligen Vierbeiner erinnern an wandelnde Flokatis – mit eben diesem Kuschelfaktor. „Die Tiere sind sehr schön, haben ein unheimlich liebenswertes Gemüt und sogar die mächtigen Böcke sind sehr zutraulich – wie Schmusetiere“, schwärmt Claußen. Treu blicken die Schafe unter den Stirnlocken hervor selbst Fremde an und lassen sich kraulen. Oder grasen entspannt weiter, wenn wieder einmal Fahrradausflügler neben ihnen anhalten, um zu schauen. Der ruhige Charakter war für den dreifachen Vater ein Grund mit, sich für die Schafe zu entscheiden: Auch seine Kinder sollten ungetrübte Freude daran haben.

Inzwischen helfen die drei auch schon mal beim Wiegen und bei Klauenpflege. Die ganze Familie ist eingebunden: „Sie muss dahinter stehen, sonst geht’s nicht“, sagt Claußen. Ehefrau Michaela erledigt Computerarbeit und betreut die Homepage; und auch sein Vater packt mit an, so beim Füttern oder bei der Herdbuchaufnahme der Tiere, wenn der Sohn verhindert ist. Zweimal im Jahr rückt zudem ein Scherer an; das üppige Vlies findet Abnehmer auch in handarbeitenden Frauen im Ort.

In den nächsten Wochen gilt die Aufmerksamkeit den weiblichen Tieren: Mitte Mai werden wieder Lämmer erwartet, „vielleicht fünf bis sieben“. Dass es keine Osterlämmer werden, ist gewollt: Bei dieser Rasse lasse sich die Ablammung lenken, weiß Claußen, für den ein späterer Termin beruflich günstiger liegt. In der Schweiz würden Lämmer oft im Winter geboren, um im Frühjahr mit auf die Alm zu können. Der 36-Jährige wartet mit Spannung auf die Geburt, obwohl er bereits gut 15 Lämmer hatte. Eine komplette Geburt aber hat er bislang nicht miterlebt – trotz zahlloser Kontrollgänge: „Die Tiere sind so schlau, sie scheinen zu warten, bis ich weg bin“, schmunzelt er. Diesmal soll Technik helfen: „Ich werde versuchen, es mit einer Kamera im Stall zu filmen.“

 @ http://www.WalliserSchwarznasen.de

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