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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Es fehlt die nötige Begeisterung

14.12.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-12-14T10:08:04Z 280 158

Villa Knagge:
Es fehlt die nötige Begeisterung

Wildeshausen Die Zukunft der Villa Knagge in Wildeshausen steht in den Sternen. Wohin die Reise geht, wissen weder der Eigentümer – die Stiftung Johanneum – noch die Denkmalpflege des Landkreises Oldenburg. Beide sind sich jedoch einig: Die Villa Knagge an der Ahlhorner Straße soll erhalten werden.

Die Probleme liegen auf der Hand: Der Stiftung Johanneum fehlt das Geld zur Sanierung und Renovierung des 1852/53 vom Kaufmann Johann Knagge erbauten Gebäudes, das heute ein Baudenkmal ist. Die Kosten werden auf mindestens zwei Millionen Euro geschätzt. Die Stiftung setzt Prioritäten: Das Krankenhaus geht vor.

Nutzungskonzept fehlt

Zweitens fehlt es an einem Konzept zur künftigen Nutzung der Villa. Der Betreuungsverein Oldenburg Land, der Straffälligenhilfeverein „Brücke“ und die Psychologische Beratungsstelle sind vor kurzem von der Ahlhorner Straße in andere Büros an den Mühlendamm umgezogen. Eine Rückkehr ist nicht ausgeschlossen, wie Landrat Carsten Harings betont.

Und drittens mangelt es derzeit an Begeisterung und damit an Förderern für die Villa Knagge. In Wildeshausen scheint sich ein Großteil der Spenden auf den Orgelförderverein und die Alexanderkirche zu konzentrieren.

„Wir haben die Villa jetzt erst einmal winterfest gemacht“, sagt Stefan Effenberger von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Oldenburg. Ein Statiker habe die Veranda kontrolliert, damit sie auch mögliche Schneelasten verkraftet. Ein Techniker der Stiftung Johanneum gehe jeden zweiten Tag in die Villa, um das Gebäude zu lüften und zu kontrollieren.

„Mir als Denkmalschützer geht es in erster Linie um den Erhalt des Gebäudes“, so Effenberger. „Doch es ist ein Nutzungskonzept nötig, sonst hat das Baudenkmal keine Zukunft. Deshalb müssen Menschen für die Villa Knagge begeistert werden, die das Projekt vorantreiben.“

Effenberger vergleicht die Villa Knagge mit dem sanierten und kürzlich wieder eingeweihten Stellwerk in Ahlhorn. „Daran haben wir acht Jahre herumgedoktert. Anfangs ließ sich nicht einmal die Deutsche Bahn als Eigentümer für eine Sanierung gewinnen.“ Heute hat der Monumentendienst, der im Nordwesten Eigentümer von Baudenkmälern berät und unterstützt, eine Filiale im Stellwerk eingerichtet.

Viel Überzeugungsarbeit

Bis die Stiftungen wie die Deutsche Denkmalpflege, das Land und zahlreiche private Förderer in das Projekt eingestiegen seien, hätte viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen, so Effenberger. Heute seien aber alle Beteiligten stolz auf das Ergebnis.

Den Finger in die Wunde hat erneut der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen gelegt. Im neuen Jahresheft appellieren die Vorsitzenden Bernd Oeljeschläger und Karl-August Kolhoff an den Eigentümer, seiner Verantwortung für die einzigartige Immobilie gerecht zu werden und schnellstmöglich die notwendigen Erhaltungsschritte in Gang zu setzen, bevor sie weiteren Schaden nimmt und das Gebäude in seiner historischen Substanz möglicherweise nicht mehr zu halten ist. Ebenso appellieren sie an alle Entscheidungsträger in Wildeshausen, sich für die Villa einzusetzen, die in ihrer Einzigartigkeit für den gesamten nordwestdeutschen Raum ein wichtiges Baudenkmal sei.

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