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Poller bremsen Lebensretter aus

Böse Überraschung für Feuerwehr und Krankenwagen: Auf das eigene Navigationssystem ist nicht immer Verlass. Bestes Beispiel ist eine Sackgasse in Harpstedt, die in den Leitstellen-Karten nicht auftaucht. Rettungskräfte ohne Ortskenntnis können hier wertvolle Zeit verlieren.

Harpstedt/Landkreis Wenn die Harpstedter Malteser oder Feuerwehrleute auf ihren Meldern den Einsatzort „Lüneburger Straße“ in Harpstedt sehen, werfen sie einen zweiten, genauen Blick auf die Hausnummer. Der Grund: Mitten im Straßenverlauf teilen seit etwa einem Jahr Betonpoller die Straße in zwei Hälften. Ein Teil der Häuser ist ausschließlich über eine Stichstraße erreichbar.

Während ortskundige Kräfte ihren Anfahrtsweg selbst entsprechend anpassen, verlassen sich die Fahrer von Rettungswagen aus Nachbargemeinden, die ebenfalls in Harpstedt im Einsatz sein können, auf ihre Navigationsgeräte und das Kartenmaterial der Großleitstelle in Oldenburg. In diesem Kartenmaterial sind die Poller in der Lüneburger Straße aber nicht erfasst, die Rettungsfahrzeuge könnten durch Umwege wertvolle Sekunden oder Minuten verlieren.

Das berichtete der Dienststellenleiter der Harpstedter Malteser, Sven Strahlendorff, kürzlich am Rande eines Treffen mit dem CDU-Samtgemeindebürgermeisterkandidaten Herwig Wöbse.

Wertvolle Zeit geht verloren

Ortsunkundige Fahrer stehen bei der Anfahrt also möglicherweise vor einer Straßensperre und verlieren wertvolle Sekunden. Strahlendorff hätte die ebenfalls häufig eingesetzten umklappbaren Metallpoller vorgezogen. Diese Hindernisse können die Besatzungen von Rettungsfahrzeugen mit einem Universalschlüssel einfach selbst umklappen und ihre Fahrt ohne große Verzögerung fortsetzen.

Doch jetzt stehen die Betonpoller und das Kartenmaterial ist nicht aktuell. Die Harpstedter Verwaltung, so erklärte Gemeindedirektor Ingo Fichter auf Nachfrage der NWZ , sei davon ausgegangen, dass die Daten automatisch an die Leitstelle gelangten. Für die Trennung der beiden Straßenteile sei schließlich der entsprechende Bebauungsplan geändert worden. Dazu gebe es natürlich auch die übliche Beteiligung der Träger öffentlicher Belange – also auch des Landkreises. Von dort gelangten die Daten doch sicherlich auch zur Leitstelle.

Den von Fichter angenommenen Automatismus gibt es allerdings offenbar nicht. Das Straßenverkehrsamt des Landkreises melde der Großleitstelle zwar Sperrungen aufgrund von Baustellen oder Veranstaltungen, nicht aber Änderungen der Verkehrsführungen wie die neu entstandenen Sackgassen in Harpstedt, erläutert Heike Lüning vom Straßenverkehrsamt auf Nachfrage der NWZ .

Die Großleitstelle erhält ihr Kartenmaterial vom Landesvermessungsamt, erklärt Vorstand Hans Rüger. Die Karten würden in regelmäßigen Abständen aktualisiert, etwa um neue Straßen und Baugebiete zu erfassen. Änderungen wie die in der Lüneburger Straße fließen aber auch hier offenbar nicht automatisch ein.

Von sich aus könne die Leitstelle die Änderungen nicht erfassen, so Rüger. „Hier haben die Gemeinden und Landkreise eine Bringschuld“, sagt er. Auch die örtlichen Rettungskräfte ermutigt Rüger, Änderungen direkt bei der Großleitstelle zu melden. Sie hätten schließlich die besten Ortskenntnisse.

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Christian Korte

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21.02.2014
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