Sendemast:
Steinkimmens Riese bekommt Gesellschaft

NDR bittet zum ersten Spatenstich – Wachstum „Schuss um Schuss“ – 5,6 Millionen Euro

Noch in diesem Jahr sollen die vier Fundamente fertig sein. 2017 gibt es zwei Masten.

Steinkimmen Auch ein bisschen Wehmut klang durch, als am Dienstag in Steinkimmen zu einem „ersten Spatenstich“ ausgeholt wurde. Der Grund liegt auf der Hand: Mit dem symbolischen Start zum Bau des neuen Antennenträgers des Norddeutschen Rundfunks (NDR) rückt der Abschied vom alten Mast näher – und der, so sagte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas bei der Feierstunde, sei für viele Menschen in der Gemeinde „ein großes Stück Zuhause“ geworden.

Neuer Mast ist im Vergleich zum alten ein „Leichtgewicht“

Der alte Rohrmast wurde vom Herbst 1955 bis zum Sommer 1956 errichtet, er hat einen Durchmesser von zwei Metern, eine Höhe von 305 Metern und verfügt über zwölf Abspannseile. Der Mast ist mit einem Fahrstuhl für zwei Personen bis in eine Höhe von etwa 260 Metern ausgestattet (Fahrzeit: etwa acht Minuten). Das Stahlgewicht: 260 Tonnen.

Der neue Gittermast soll zum Start von DVB-T2 im März 2017 in Betrieb gehen. Er wird eine Kantenlänge von 2,10 Metern und eine Höhe von 285 Metern haben und verfügt wie sein Vorgänger über zwölf Abspannseile. Einen Fahrstuhl gibt es nicht. Für den Mast müssen 3000 Stahlbauteile mit 20 000 Schrauben zusammengefügt werden. Das Gewicht: 180 Tonnen.

Dass der so geschätzte Antennenträger nach 60 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet werde, liege am Wind, erklärte NDR-Produktionsdirektor Dr. Michael Rombach den Gästen der Feierstunde. Der Mast befinde sich in Windzone 3 – und könne deshalb zum Beispiel nicht mit neuen Entwicklungen (etwa für DVB-T2) nachgerüstet werden.

Den Zeitplan für die jetzt anstehende, 5,6 Millionen Euro teure Maßnahme skizzierten Horst-Dieter Meyer (Leiter der Abteilung Sendertechnik) und Martin Bertke (Leiter Sendergruppe Niedersachsen) so: Noch in diesem Jahr sollen die insgesamt vier Fundamente für den Mast und die Abspannseile fertiggestellt werden (hier laufen die Arbeiten bereits).

Im Frühjahr 2016 folge der Aufbau des neuen Mastes mit sechs Meter langen Segmenten („Schüssen“, der Mast wächst dann mit Hilfe eines seitlich montierten Kletterarms „Schuss um Schuss“). Im Spätsommer solle das 260 Meter hohe Traggerüst stehen, so dass mit der Montage der Antennen und dem Einbau der Verkabelung begonnen werden könne. Angedachtes Datum der Inbetriebnahme: März 2017.

„Mindestens ein halbes Jahr“ dauere der Rückbau des alten Mastes, sagte Bertke. Ende 2017/Anfang 2018 solle damit begonnen werden.

„Wir erwarten spannende und interessante Wochen“, meinte Steffen Traue, Geschäftsführer der bauausführenden Firma Turmbau Steffens & Nölle. Das hänge auch mit der Nähe von altem und neuem Mast zusammen. Mehrfach würden sich alte und neue Abspannseile kreuzen.

Eines sei allerdings sicher: Es werde ein beeindruckendes Bild sein, wenn Ende 2016 zwei stählerne und beleuchtete Masten in Steinkimmen in den Himmel ragen.


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