Wirtschaft:
Technik aus Ganderkesee im Iran gefragt

Meyer-Gruppe will Kontakte ausbauen – Zweite Reise noch 2015

Urneburg Die Begeisterung steht ihm noch ins Gesicht geschrieben: „So ein deutsch-freundliches Land habe ich persönlich noch nie kennengelernt“, sagt Uwe Westphal, Vertriebsleiter der Ganderkeseer Meyer-Technik-Unternehmensgruppe. Fünf Tage lang war der 58-jährige Ingenieur mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation im Iran unterwegs (die NWZ  berichtete exklusiv). Die anstrengende Reise hat sich gelohnt, so sein Resümee am Montag.

Uwe Drees, Geschäftsführender Gesellschafter bei der Meyer-Tochter G&M-Automation, war bereits vor acht Jahren in dem Land. Er hatte sich um einen Platz auf der Teilnehmerliste der Delegation bemüht, die vom niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) angeführt wurde. Vor allem Automation sei Meyers Thema. Die Steuerungstechnik vieler Anlagen sei überaltert, weiß Drees.

Penibel hatte sich Westphal auf die fünftägige Reise vorbereitet. Der gebürtige Iraner Hossein Farshidfar, seit Anfang September bei Meyer Technik fest angestellt, hatte eine Unternehmenspräsentation in Farsi (Persisch) vorbereitet. Das kam bei einer Kooperationsbörse mit Unternehmern gut an: „Die standen standen Schlange für das Thema Automation“, berichtet Westphal. Keine Frage, dass seine Visitenkarten reißenden Absatz fanden.

Das Programm in der iranischen Hauptstadt war ohnehin rappelvoll: Westphal informierte sich bei Firmen, knüpfte Kontakte auf einer Industriemesse oder beim Empfang des deutschen Botschafters Michael von Ungern-Sternberg anlässlich des Tags der Deutschen Einheit. Das Echo war stets gleich: „Made in Germany ist gefragt wie noch nie“, so Westphal. Nach Beilegung des Atomstreits mit dem Mullah-Regime und dem bevorstehenden Ende des Wirtschaftsembargos sei in jedem dritten Satz das Wort „Chancen“ gefallen.

Begeistert zeigt sich der Meyer-Vertriebschef nicht nur von der großen Gastfreundlichkeit im Iran, sondern auch vom hohen Bildungsniveau: „Viele junge Leute haben studiert, finden aber leider keine Anstellung in ihrem Beruf.“ Viele blicken gen Westen. Das bestätigt Farshidfar, der 2001 nach Deutschland ausgewandert ist. „Deutsche Technik ist schon in der Grundschule Vorbild“, sagt der 38-jährige Elektroniker für Automatisierungstechnik. Wenn jemand im Iran etwas besonders gut mache, „heißt es, er spielt in der Bundesliga!“

Dort will G&M-Automation auch mitmischen: Aus den zahlreichen Firmenkontakten werde man nun die „A-Kunden“ herausfiltern, so Drees. Der Fokus liege auf der Automation im Bereich der Lebensmittel- und Süßwarenindustrie, aber auch die langjährige Partnerschaft mit Siemens soll in Persien ausgebaut werden. Noch in diesem Jahr will der G&M-Geschäftsführer gemeinsam mit Westphal und Farshidfar für mehrere Tage nach Teheran fliegen, um Kundenkontakte zu knüpfen. Läuft alles nach Plan, könnten schon in einem halben Jahr die ersten Verträge unterschriftsreif sein. Eines stellte Westphal aber auch klar: „Unser Hauptgeschäft bleibt Deutschland!“

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Technik aus Ganderkesee im Iran gefragt
http://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/wirtschaft/technik-aus-ganderkesee-im-iran-gefragt_a_30,1,2767026511.html
13.10.2015
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