Förderung:
Forschen macht die Schule spannend

Oldenburger Schulverband KOV präsentiert aktuelle Angebote für hochbegabte Schüler

Die Cäcilienschule gehört zum Kooperationsverbund Hochbegabtenförderung. Dort präsentierten sich alle Partner mit ihren Angeboten.

Oldenburg Die vier elfjährigen Philosophie-Schüler der Cäcilienschule wissen Bescheid. In ihrer Arbeitsgruppe reden sie schließlich über „aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft“. Altersgerecht? „Das macht Spaß“ werben die redegewandten Schüler für ihren Kurs. Er ist eines von fast 40 Angeboten auf dem diesjährigen Präsentationsforum des Kooperationsverbunds Hochbegabung (KOV) in der Cäcilienschule. Eltern und Kinder können hier die Fördergruppen für Hochbegabte kennenlernen.

Info über den KOV

DER KOV – Kooperationsverbund Hochbegabtenförderung – ist ein Zusammenschluss von Schulen und Kindergärten mit dem Ziel, besondere Begabungen bei Schülern zu erkennen und zu fördern. Im Bereich Weser-Ems gibt es 30 KOV. Fachleute beraten und schulen Lehrer im Umgang mit hochbegabten jungen Menschen.

Lehrer im KOV Oldenburg-Stadt wählen in einem Steuergremium Angebote für Hochbegabte aus. Kreative und handwerklich-technische Bereiche werden ebenso gefördert wie kognitive Fähigkeiten.

Schulen des KOV sind hier: Cäcilienschule, IGS Flötenteich, Oberschule Alexanderstraße, die Grundschulen Babenend, Etzhorn, Hogenkamp, Krusenbusch, Wallschule und die Katholische Grundschule Eversten.

Kooperiert wird mit der schulpsychologischen Beratung der Landesschulbehörde, der psychologischen Beratungsstelle des Jugendamtes und der Oldenburger Initiative für hochbegabte Kinder und Jugendliche (iikuh).

Weitere Informationen unter Mail hh@caeci.de


  Mehr Infos unter  http://kov-ol-stadt.blogspot.de 

Schulleiter Franz Held lobte die Vielfalt der angebotenen Kurse. Das sieht auch Petra Leinigen von der regionalen Elterninitiative „iikuh“ der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK) so: „Die Angebote werden den Kindern mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen sehr gut gerecht.“

Einen Etat für das engagierte Förderprogramm gibt es nicht. „Da müssen wir auf Stiftungen zugehen“, berichtet Erika Schmidt, Fachberaterin für Hochbegabte an der Cäcilienschule.

Zum Auftakt gab es unter anderem Theater: pure Spielfreude auf „Platt“. Pädagogin Heidrun Hansen leitet die Plattdeutsche AG an der Grundschule Eversten. „Die Kinder lernen leicht, obwohl die meisten zu Hause gar nicht Platt sprechen.“

Michael Meinert, Mathematiklehrer am Herbartgymnasium, lehrt in seinem Kurs das asiatische Strategiespiel ,Go. Input für spätere Forscher’. „Das anspruchsvolle Spiel trainiert die Konzentration und bietet auch Entspannung, eine gute Vorbereitung auf ein mögliches Frühstudium“, fügt Meinert hinzu.

Eine besondere Begabung erkenne man „an einem ausgezeichneten mathematischen Gedächtnis“ sagt Maren Hawighorst, Fachberaterin für Hochbegabte des Landes und an der Cäci. „Schwierige Aufgaben lösen talentierte Kinder sehr kreativ. Oft haben sie ein komplexes Sprachvermögen.“ Hochbegabung beginne, wenn ein Kind sich das Lesen eigenständig beibringe. Potenziale früh zu fördern, sei deshalb hilfreich. „Unterforderung tut den Kindern nicht gut“, berichtet eine Mutter aus ihrer Erfahrung.

Jungen gingen mit besonderen Leistungen, auch unter Freunden, ganz selbstbewusst um, Mädchen hingegen seien meist zurückhaltend, ihr Potenzial deshalb schwerer zu erkennen. Neid erlebten sie aber kaum, erzählt Maren Hawighorst.

Lehrer können bei auffallend guter Begabung dem Schüler ein sogenanntes Pull-out-Angebot des KOV anbieten. Der zusätzliche Unterricht findet mit Einverständnis der Eltern in der regulären Schulzeit statt, meist in der eigenen Schule. Verpasster Unterrichtsstoff muss allerdings nachgeholt werden. Fast 50 Unterrichtsstunden stellen die Oldenburger Verbundschulen in diesem Jahr zur Verfügung.

Das niedersächsische Schulgesetz fordert „eine begabungsgerechte individuelle Förderung“. Drei Prozent der Schüler gelten als hochbegabt. „Niedersachsen verzichtet gerne auf Tests. Bei sehr guten schulischen Leistungen ist eine besondere Diagnostik gar nicht nötig“, sagt Maren Hawighorst. Der sogenannte IQ sei willkürlich festgelegt. Ein IQ-Test brächte dann Klarheit, wenn Kinder sehr unmotiviert lernten und eine Hochbegabung vermutet werde. Eine frühe Einschulung, eine Klasse zu überspringen oder ein Frühstudium zu beginnen, entschieden Lehrer nach der sozialen Reife des Schülers, so Hawighorst.

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