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Demokratie:
Schüler wählen starken Umweltschutz

Oldenburg Was passiert, wenn 1300 Oldenburger Schüler die Wahl haben? Sie machen Deutschland grüner und roter – in dieser Reihenfolge. Das hat die Schülerwahl im Vorfeld der Bundestagswahl gezeigt, deren Ergebnis am Montag veröffentlicht wurde. Eingeladen dazu waren die Jahrgänge 5 bis 13. Beteiligt hatten sich das Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte (LBZH), die IGS Helene Lange und Flötenteich, Neues Gymnasium, Altes Gymnasium, Herbartgymnasium, Gymnasium Eversten, die Realschule Hochheider Weg und die Oberschulen Ofenerdiek, Osternburg, Eversten und Alexanderstraße.

Renommierter Preis

Die NWZ  wurde für das Projekt gerade mit dem weltweit ausgeschriebenen und renommierten „World Young Reader Prize“ des Weltverbands der Zeitungen ausgezeichnet – mit Zeitungen wie der „New York Times“ und dem „Guardian“.

Die Grünen würden demnach im Bundestag zur stärksten Partei – mit 26,2 Prozent, knapp vor der SPD mit 25,5 Prozent und deutlich vor der CDU mit 18,8 Prozent. Die höchsten Werte erzielten die Grünen in der Stadt an der IGS Helene-Lange-Schule (40,8 Erst- und 47,6 Prozent Zweitstimmen) und am LBZH (38,5 Erst- und 19,2 Prozent Zweitstimmen). Die SPD schnitt am stärksten am Neuen Gymnasien (47,5/22,9), am HGO (45,7/22,3) und an der Realschule Hochheider Weg ab (44,1/28,8). Die CDU holte ihr bestes Ergebnis an der Oberschule Eversten (37,8/29,7) und dem LBZH (30,8/42,3). Die Piraten holten ihre besten Ergebnisse an der Realschule Hochheider Weg und der IGS Flötenteich (15,5 bis 18,6), die Linke an den Oberschulen Ofenerdiek, Osternburg und Alexanderstraße (6 bis 10 Prozent).

Unterschied Stadt/Land

Das Ergebnis unterscheidet sich durchaus vom gesamten Oldenburger Land. Denn hier wählten die 8750 beteiligten Jugendlichen die CDU zur stärksten Partei (26,8 Prozent) vor der SPD (24,7) und den Grünen (17,7).

Die Piraten schaffen bei den Oldenburger Schülern fast 10 Prozent, die Linke zieht mit 5,2 Prozent ganz knapp ein, die FDP bleibt mit 4,1 Prozent draußen (Oldenburger Land: 5,7 Prozent).

Weitere Parteien vereinen in Oldenburg 10,5 Prozent auf sich, vor allem die NPD, die allerdings an keiner Oldenburger Schule in absoluten Zahlen über zehn Erststimmen bzw. sieben Zweitstimmen hinauskommt und in der Regel deutlich darunter liegt. Es folgen die Tierschutzpartei, die keine Erststimmen, aber im Extremfall bis zu 25 Zweitstimmen (Oberschule Alexanderstraße) sammelte und die euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD), die es aber auch nur auf bis zu drei Erst- und auf bis zu fünf Zweitstimmen brachte.

Die Wahl, die natürlich eingebettet sein müsse in den Unterricht, habe durch diese extrem praxisnahe Aktion „einen anderen Stellenwert für die Schüler bekommen“, urteilte Paul Vogel, Leiter der Oberschule Ofenerdiek am Montag. Lehrer Heinz-Joachim Koop (OBS Ofenerdiek) spielt auch auf das von der LzO unterstützte NWZ -Abo zur Schülerwahl an: „Das war eine gute Geschichte, auch im Zusammenhang mit der parallelen Analyse der Berichterstattung in der Zeitung.“ Dörte Mühlenstedt, Lehrerin am LBZH, lobte ebenfalls die praktische Nähe zur echten Wahl. Sie sagt: „Die Schüler haben sich sehr intensiv damit beschäftigt und daraus eine Menge mitgenommen.“ Wichtige Themen seien die Inklusion gewesen, die aus Schülersicht keinesfalls den Bestand des LBZH gefährden dürfe und „die finanzielle Lage Deutschlands“. Anke Zimmer vom NGO, das sich mit 13 Klassen und 324 Schülern beteiligt hatte, sagte: „Die Schüler haben die Wahl sehr ernst genommen – und sie sagen, sie haben nun viel besser verstanden, was sie theoretisch schon wussten. Das gute Abschneiden der SPD hänge auch damit zusammen, dass Spitzenkandidat Dennis Rohde vom NGO komme.

„Unbedingt wiederholen“

Gestärkt worden sei dadurch „auf jeden Fall das demokratische Empfinden der Schüler“, urteilte Christian Osterndorf, stv. Leiter der Oberschule Alexanderstraße, die sich mit 389 Schülern beteiligt hatte. „Die Schüler waren hoch motiviert und auch total gespannt auf das Ergebnis.“ Für HGO-Leiter Günter Tillmann war am Montag klar: „Dieses Angebot ist ein ganz wichtiges Stück politischer Erziehung und muss unbedingt wiederholt werden. Es ist ein tolles Projekt, wofür der NWZ  und der LzO zu danken ist.“

Die Schulen nehmen im Rahmen der NWZ -Aktion auch an der bundesweiten Juniorwahl teil. Die Ergebnisse der Schülerwahl fließen in das Gesamtergebnis der Juniorwahl ein, das am Wahlabend, 22. September, bekanntgegeben wird.


Mehr Infos unter   www.nwzonline.de/schuelerwahl 
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