Grundschule Krusenbusch:
Therapiehund Pelle hilft Kindern beim Lernen

Therapiehund Pelle unterstützt Grundschüler beim Lernen – und umgekehrt

Der einjährige Jack-Russel-Mix begleitet die Klasse 3a der Grundschule Krusenbusch seit fast einem Jahr. Die Kinder sollen durch ihn Regeln und den sozialen Umgang lernen.

Krusenbusch „Pelle kann rennen wie ein Ferrari.“ Samantha lächelt und greift nach einem Leckerli. Gespannt warten ihre Mitschüler auf das Kommando. „Steh Männchen“, sagt die Achtjährige. Pelle pariert und bekommt sein Leckerli – Karotten, denn die mag er am liebsten. „Wer möchte noch ein Kommando geben?“, sagt Konrektorin Maren Cramer-Freede. Die Finger der Schüler schnellen nach oben.

Seit Januar nimmt sie den Jack-Russel-Mix mit zum Unterricht in die 3a und einmal wöchentlich in die Klasse 2c der Grundschule Krusenbusch – als sogenanntes Mensch-Hund-Team nach der hundegestützten Pädagogik. „Wir sind eine Ganztagsschule und arbeiten inklusiv. Unser Schulmotto lautet ,Miteinander Leben und Lernen‘. Pelle ist unser erster Therapiehund“, sagt Cramer-Freede.

An diesem Tag steht die Büchereistunde für die 3a an. Der Hundedienst bringt Pelle in den Raum. Dort stehen Spielsachen: ein paar Verkehrshütchen und ein Tunnel. Die Kinder bilden einen Halbkreis. Sie sollen eine eigene Geschichte entwickeln – mit Pelles Hilfe. Vorgegeben hat Cramer-Freede nur Überschrift und Einleitung, im Tunnel sind weitere Stichworte für eine „Mindmap“ versteckt.

Zuerst darf Pelle durch den Tunnel. Niklas gibt das Kommando „Durch“, dann huscht der Achtjährige hinterher und schnappt sich einen Hinweiszettel. „Ich möchte Pelles Tricks im Unterricht sinnvoll einsetzen“, sagt Cramer-Freede. Mit zwölf Wochen hat sie den Jack-Russel-Mix bekommen, dreimal pro Woche besucht sie die „Rookie-Gruppe“ der Ausbildungsschule für Hundetrainer Ziemer und Falke in Huntlosen. Inzwischen hat sie ihren Hundeführerschein. Jeden Monat stehen außerdem eine Floh- und eine Wurmkur und in regelmäßigen Abständen Impfungen an. Vier- bis fünfmal die Woche geht Cramer-Freede mit Pelle joggen. „Da kann er sich austoben.“

Damit der junge Rüde nicht überbelastet wird, hat er in der Schule einen eigenen Rückzugsraum, wird regelmäßig zu Spaziergängen ausgeführt und nur zu bestimmten Unterrichtsstunden eingesetzt, erklärt Cramer-Freede.

Die Idee für hundegestützte Pädagogik hatte die Konrektorin während ihres Referendariats in Warsingsfehn. „Die Schulleiterin hatte einen Labrador-Therapiehund im Einsatz, allerdings mit einem anderen Konzept“, erklärt Cramer-Freede. Seit Anfang des Jahres haben der Rüde mit den spitzen Schlappohren und dem gefleckten Fell und die Schüler schon viel voneinander gelernt. „Nicht nur Pelle entwickelt sich weiter, auch die Schüler müssen Regeln beachten, etwa, dass Ruhe wichtig ist, Türen geschlossen bleiben müssen und, dass ein Lebewesen Zuwendung braucht“, sagt Cramer-Freede. Was die Kinder auch begriffen haben: „Dass nicht alle Hunde so sind wie Pelle. Sie verstehen das Verhalten eines Tieres“, erklärt die Konrektorin. Zu seinem ersten Geburtstag hat Pelle viele Geschenke bekommen: Knochen, Bilder, Leckerlis. Beim Lernen neuer Tricks bezieht Cramer-Freede die Schüler bewusst mit ein. „Wir bringen ihm gerade das Wippenlaufen bei“, sagt sie. Mit der Hunde-AG, die aus fünf Schülern der 3a besteht und alle sechs Monate wechselt, werden unter anderem besondere Ausflüge – etwa zum Tierarzt oder zur Hundeschule unternommen. Jede Woche kümmern sich außerdem zwei Schüler beim Hundedienst um das Wohlbefinden des Tieres und das Hundetagebuch, erklärt Cramer-Freede. Von Schülern und Eltern habe sie bislang nur positive Reaktionen bekommen. „Pelle gehört zur Familie und wir sind froh, dass er bei uns ist“, sind sich Emely, Samantha und Niklas einig. Der junge Rüde spendet auch mal Trost, wenn es einem Kind nicht so gut geht. „Dann geht es zum Kuscheln in unsere Flohkiste“, sagt Cramer-Freede.


     www.gs-krusenbusch.de 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-stadt 

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Sabrina Wendt

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