• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Blaulicht

Brandopfer kritisiert Feuerwehr

28.03.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-22T13:51:37Z 280 158

Unglück:
Brandopfer kritisiert Feuerwehr

Oldenburg Der verheerende Brand in Bornhorst bleibt Thema. Drei Tage nach dem Unglück hat sich am Mittwoch eines der Brandopfer zu Wort gemeldet und scharfe Kritik an der Feuerwehr geübt. „Der Einsatz war dilettantisch“, sagt Dr. Fritz Hardach. Der 73-Jährige weiß, wovon er spricht. Das Mitglied der Ortswehr Ohmstede fungierte mehr als 25 Jahre als Bezirksfeuerwehrarzt.

Nach Meinung von Hardach hätte die Feuerwehr wissen müssen, dass die Wassermenge aus den Hydranten keinesfalls ausreiche, um Brände dieser Größenordnung zu löschen. „Es hätte sofort eine Leitung zum Bornhorster See gelegt werden müssen“, sagt er.

Hardach, dessen Haus 1980 schon einmal abgebrannt war, ist zudem der Ansicht, dass die Feuerwehr sein Reetdachhaus hätte retten können. „Die ersten zwei Häuser stehen zu dicht beisammen, da war wohl nichts zu machen. Bei meinem Haus hätte aber die Chance bestanden, eine Wasserwand aufzubauen, um das Übergreifen der Flammen zu verhindern.“

Die Kritik weist Jens Spekker, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, zurück: „Wir haben uns keinen Vorwurf zu machen.“ Die Leitung zum See sei so schnell wie möglich gelegt worden. „Obwohl wir anfangs natürlich keine 100 Leute waren, haben wir frühzeitig Aufteilungen vorgenommen, um an allen Einsatzstellen tätig zu werden.“ Durch massiven Wassereinsatz sei es gelungen, mögliche weitere Brände zu verhindern.

Wie berichtet, war am Sonntagvormittag ein Feuer im Dachstuhl eines reetgedeckten Hauses an der Groß-Bornhorster-Straße ausgebrochen. Die Flammen des durch den starken Ostwind angefachten Feuers griffen in kurzer Zeit auf zwei weitere Reetdachhäuser über. 125 Feuerwehrleute bekämpften die Brände.

Die genaue Brandursache steht noch nicht fest. „Wir warten auf das Untersuchungsergebnis des Brandgutachters“, sagt Polizeisprecher Stephan Klatte.

In den vergangenen Tagen zog es immer mehr Schaulustige zu den drei Brandruinen. „Besonders abends fahren viele Autofahrer durch unsere Straße. Es gab sogar schon einen Unfall“, berichtet Anwohner Rainer Ahlers. „Die Leute kommen, um zu schauen und zu fotografieren. Ich finde das schlimm“, so Brandopfer Rainer Bartelt.

Die Stadtverwaltung hat auf diesen Sensationstourismus reagiert und die Groß-Bornhorster-Straße (zwischen Behnenkamp und Große Hamheide) am Mittwoch in Absprache mit der Polizei bis auf Weiteres gesperrt.

„Menschen haben ihr Hab und Gut verloren – und andere kommen und gaffen. Wir appellieren an die Bürger, das zu unterlassen“, so Verkehrsamtsleiter Bernd Müller.

Polizei-Chef Johann Kühme kündigte an, dass der Streifendienst die Sperrung überwachen werde.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Ein Spezial unter   www.nwzonline.de/grossbrand-oldenburg 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-stadt 
Video