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Oldenburgerin Steckt Im Moor Fest:
Knapp an Katastrophe vorbeigeschrammt

Oldenburg/Wahnbek Aus einer bedrohlichen Notlage retteten am Donnerstag zwei Oldenburger Jugendliche eine Spaziergängerin im Ipweger Moor. Die junge Frau steckte in einem Graben fest. „Ihr eines Bein war schon bis zur Hüfte eingesunken, und die Frau konnte sich nicht mehr allein befreien“, beschreibt der 17 Jahre alte Matthias die Situation. Er und seine Freundin waren am Nachmittag mit dem Rad von Wahnbek nach Oldenburg unterwegs gewesen. Sie kamen auch an der Wellenstraße vorbei. Zum Glück.

Als die Jugendlichen die Hilferufe der Frau hörten, stoppten sie sofort. Ein verdreckter Hund zog außerdem ihre Aufmerksamkeit auf sich. Eine Jacke lag an der Böschung. Was war da passiert? Ihre Hündin habe Wasser aus dem Graben saufen wollen, sei zu weit hineingegangen und habe plötzlich festgesteckt, berichtete die Frau den Jugendlichen. Es kam noch schlimmer.

Noch an der Leine

Die Hündin, die sich instinktiv  freistrampeln wollte, sank immer tiefer. Ihr Frauchen, eine 30-Jährige aus Oldenburg, hielt sie immer noch an der Leine, zog daran – vergeblich. Das Tier sank immer tiefer. „Ich bin dann in den Graben gegangen, habe mich mit dem rechten Bein ins Wasser gestellt und versucht, meine Hündin am Fell zu packen“, erzählte die Hundehalterin der NWZ  auf Nachfrage. Doch das alles klappte alles nicht. Als von der Berner Sennen-Hündin fast nur noch der Kopf zu sehen war, griff ihr Frauchen mit aller Kraft tief in den Moorast unter den Körper und schaffte den Befreiungsschlag.

Dafür saß die Frau nun fest. „Erst nur bis zum Knie, dann zog es mich immer tiefer. Ich hatte gedacht, das sind nur Wassergräben. Dass das Moor ist, wusste ich nicht“, sagt die 30-Jährige. Sie grub mit den Händen Löcher in die steile Böschung. „Um mich festzuhalten. Aber auch, um mich rauszuziehen. Klappte aber nicht.“ Derweil winselte ihre grade mal zehn Monte alte Hündin auf der Böschung, Sie wich ihrem Frauchen nicht von der Seite. „Ich hatte schon Angst, dass sie wieder runterkommt und noch mal in den Graben fällt.“

Das Handy! Der Oldenburgerin fiel ihr Mobiltelefon ein, das sich in ihrer Jacke befand. Die aber lag zu weit von ihr entfernt. „Hol’ die Jacke“, rief sie ihrer Hündin zu. Doch mit diesem Kommando wusste das erschöpfte und verstörte Tier nichts anzufangen. Etwa 45 Minuten saß seine Halterin nun schon fest. „Ich war noch nicht panisch. Das Wetter war schön, und ich dachte mir, da werden doch bestimmt noch Spaziergänger kommen.“

Profis alarmiert

Es kamen welche. Die beiden Jugendlichen aus Oldenburg. „Ihr müsst mich retten“, rief ihnen die Frau im Graben zu. Die jungen Leute versuchten es auch. Schafften es aber nicht. „Das ist ja wie Treibsand“, sagte der 17-Jährige. Schließlich wurden die Profis alarmiert.

Die Feuerwehr Ipwege-Wahnbek und die Ortsfeuerwehr Ohmstede rückten an. Die Polizei war vor Ort und sicherheitshalber war auch ein Hubschrauber im Einsatz. So ein Graben im Moor ist tückisch, weil er bodenlos ist. Je mehr man sich darin bewegt, desto schneller wird man tiefer gezogen“, warnt Erich Bischoff, Ortsbrandmeister Ipwege-Wahnbek.

Für die Rettung der Frau legten die Feuerwehrmänner Leitern über den Graben, lockerten mit einem Spaten den Moorast rund um die „Gefangene“, wickelten einen C-Schlauch um ihren Körper und zogen sie – unverletzt – heraus. „Ich weiß gar nicht, wie ich mich bei allen Rettern bedanken soll“, sagte die Oldenburgerin zur NWZ . „Mein Erlebnis soll eine Warnung sein“, betonte sie. Am Freitag hatte sie ordentlich Muskelkater. Und auch ihre Hündin war noch fix und fertig von diesem Abenteuer, das Tier und Mensch noch mehr zusammengeschweißt hat.

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