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Winter Bringt Zugverkehr Durcheinander:
Inselgäste stranden im Oldenburger Bahnhof

Oldenburg Die Fernzüge aus Bremen fuhren nur bis Oldenburg, der Nahverkehr immerhin noch bis Emden, von Emden bis Norddeich gab’s bloß Schienenersatzverkehr – und dann noch die Falschmeldung, die VWG würde ihre Busse aufgrund der Kaltwetterfront gar nicht auf die Straßen lassen: denkbar schlechte Voraussetzungen für einen entspannten Arbeitstag.

Dennoch hielten sich die Mitarbeiter der Bahn in Oldenburg tapfer, gaben am Hauptbahnhof gestrandeten Fahrgästen Alternativverbindungen, Fahrgastrechteformulare oder Taxi-Gutscheine für drängende Weiterfahrten heraus. Das wiederum befriedigte zwar weder die Berlinerin, die „unbedingt die Fähre in Norddeich kriegen muss“, wie sie so glaubhaft wie gut hörbar dem Mann hinterm Schalter vermittelte, noch das ältere Pärchen aus Göttingen, das bereits Pläne für die Rückfahrt schmiedete: „Aber Sie müssen mir doch sagen können, ob es morgen Abend die gleichen Probleme gibt!“

So erhalten Sie ihre Erstattung

Ein Ausgleich steht Bahnkunden zu, denen „durch Verspätungen oder Ausfall eines Zuges Unannehmlichkeiten entstanden sind“, wie es heißt. Dazu muss ein Formular ausgefüllt werden.

Voraussetzung ist der Besitz einer für besagte ausgefallene oder verspätete Fahrt gültigen Fahrkarte.

Das Formular zur anteiligen Kostenerstattung:


  www.bit.ly/1ukw97k 

Nein, konnte er eben nicht. Der arme Mann wusste ja nicht mal, ob sein Arbeitgeber auf den einschlägigen Strecken vielleicht schon in der nächsten Stunde wieder aktiver wird. Immerhin: Züge fuhren, teils auf anderen Gleisen und zu anderen Zeiten – trotzdem zeigten die Passagiere Verständnis. Oder Resignation. Je nachdem.

Die größte gesundheitliche Gefahr gab’s an diesem dritten Wintertag wohl zur Mittagszeit - steife Nacken ob der bangen Blicke gen Anzeigetafel. Das Risiko währte aber nur kurz. Schon ab 13.30 Uhr lief der Verkehr nach und raus aus Oldenburg wieder flüssiger. Und wenn schon nicht mit dem Zug, dann zumindest dank der Busse. „Unsere Fahrer melden vermehrt zahlende Kunden“, hieß es im Infohaus der VWG am Bahnhof. Ein untrügliches Zeichen, dass die Bürger diesmal besser vorbereitet waren.

Vera Struck (52) aus Hildesheim – ebenfalls am Mittag auf dem Weg nach Juist und da noch nichtsahnend, dass eine Fähre mit 650 Menschen im Wattenmeer feststeckt – fand zumindest etwas Positives im mangelhaften Winterbetrieb der Bahn: Demut. „So kommen wir alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück“, sagte sie – und meinte damit wohl vor allem dringend nötige Gelassenheit.

Etwas mehr Stress hätte Armin Kobs am Dienstag schon ganz gern gehabt. Der Taxifahrer witterte wie viele seiner Kollegen ein gutes Geschäft und wurde am Montag nicht enttäuscht. „Das war schon ganz profitabel, weil viele Menschen vom Wintereinbruch überrascht wurden“, sagte er, „jetzt hat es sich allerdings wieder normalisiert“. Schlecht für ihn, gut aber für die Bahn und ihre Kunden.

Denn letztere zeigten bis auf wenige Ausnahmen Verständnis, waren geradezu entspannt. „Das Wetter kann niemand ändern“, sagte da ein Zugbegleiter, der bei der Namensnennung trotzdem zurückhaltend blieb, „wichtig ist doch, dass die Heizung funktioniert.“

Und so saßen die Fahrgäste also in der beheizten Wartehalle, lasen Zeitung und Fahrpläne, spielten mit dem Handy, sprachen miteinander übers Weltgeschehen – oder Gott. Helmut Latoschinski zumindest nutzte die Gunst des kalten Augenblicks und diskutierte an seinem Infostand der Zeugen Jehovas angeregt mit Bahnwartenden. Die hatten nun ja schließlich jede Menge unverhoffter Zeit und Muße ...

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