23.02.2013

Ausstellung
Ein Puppenhaus aus Meisterhand

Oldenburger leihen Museum Erinnerungsstücke aus den Sechzigern

Noch bis zum 3. März wird die Ausstellung „Mini, Mofa, Maobibel“ gezeigt. Neben den Design-Ikonen gibt es auch ganz Persönliches in den Vitrinen zu sehen.
Sabine Schicke

Oldenburg Mit einem Autogramm von John Lennon und einem gelben Miniatur-Plastik-U-Boot bereicherte ein Oldenburger die Ausstellung „Mini, Mofa, Maobibel“ im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte. Das Bötchen gab’s zu dem Beatles-Titel „Yellow Submarine“, und es ist nicht die einzige Leihgabe, die nach einem Aufruf in der NWZ  von Leserinnen und Lesern für die Ausstellung über die sechziger Jahre zur Verfügung gestellt wurden, um Design-Ikonen wie den Panton-Stuhl und anderes durch eine oldenburgische Note zu ergänzen.

Für diese Aktion ,Die sechziger Jahre ganz persönlich‘ hatte sich das Museum Objekte und Fotos gewünscht, die sowohl das Lebensgefühl der Sixties verkörpern, aber eben auch den Bezug zum Leben der Menschen in der Region zeigen. Und so freut sich Birgit Neuhäuser vom Landesmuseum, dass doch noch eine Menge zusammengekommen ist. Überlebt hat etwa auch ein weinroter Teppichroller der Marke Leifheit, der in der Design-Abteilung steht.

Aus der Blütezeit der Partykeller mit Koffer-Plattenspieler kommen etliche Impressionen. So hat eine Besucherin ein Bild gemalt, das eine Party wiedergibt. Die Beatles-Utensilien reichen vom Geschirrtuch, das mit den Köpfen von Ringo, Paul, John und George bedruckt wurde bis hin zur Strumpfhosen-Packung, die nach der Band benannt wurde. Doch auch die Schlager-Hitparade jener Jahre ist zu hören, etwa der schmachtende Roy Black mit dem Titel „Du bist nicht allein“.

Als ein ganz besonderes Stück gilt ein großes Puppenhaus, das ein Oldenburger Tischlermeister seiner Tochter 1961 zu Weihnachten schenkte und mit viel Liebe zum Detail ausstattete. Die Tapeten entsprechen ebenso dem Zeitgeist der Sechziger wie etwa ein Heißwasserboiler über der Badewanne. „Selbst das Puppengeschirr ist noch original erhalten“, berichtet Birgit Neuhäuser.

Einen Eindruck in die Urlaubsreisen jener Zeit gewährt ein Super-Acht-Film, mit dem eine Oldenburger Arzt-Familie ihre Fahrt nach Italien vom ersten bis zum letzten Kilometer gefilmt hat. „Das neue Auto fährt in den Frühling“ ist der Streifen überschrieben, der digitalisiert als Endlosschleife nun in der Ausstellung zu bewundern ist.

Jenseits der persönlichen Erinnerungsstücke liefert „Mini, Mofa, Maobibel – Die sechziger Jahre in der Bundesrepublik“ einen Einblick in jene Zeit. Die Ausstellung ist noch bis 3. März zu sehen.


    www.landesmuseum-oldenburg.niedersachsen.de 

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