23.07.2012

Kultursommer I
Ein Tusch für den Schlossplatz

Red Baraat und Mike Stern beschließen internationale Konzertreihe

Zweimal 6000 Zuschauer kamen am Wochenende zum Kultursommer. Der Schlossplatz bestand die Bewährungsprobe.
Klaus Fricke

OLDENBURG Am Ende strahlten alle mit der späten Juli-Sonne um die Wette: Die Zuschauer, weil sie am Wochenende zwei großartige Konzerte im Kultursommer auf dem Schlossplatz erlebten, und die Veranstalter, weil sich nach den vielen Regentagen doch noch so etwas wie abendliche Wärme und damit gute Stimmung vor der großen Bühne entwickelte. Die Auftritte des amerikanisch-indischen Weltmusikprojekts Red Baraat am Freitag und der Mike Stern Band am Sonnabend setzten die glanzvollen Schlussakkorde bei den internationalen Konzerten.

Das angenehme Wetter sorgte auch dafür, dass der neu gestaltete Schlossplatz endlich zeigen konnte, was in ihm steckt: Dank vergrößerter Fläche waren die jeweils 6000 Zuschauer des Wochenendes vor der Bühne problemlos (und damit anders als vor dem Umbau) unterzubringen, das Pflaster bewies hohen Stehkomfort, und das „Familiendorf“ mit seiner internationalen Kulinarik wurde erstmals – verdientermaßen – in großem Maße genutzt. Von Regen jedenfalls redete niemand mehr, eher von „Guten Appetit“.

Und man redete über Musik, zum Beispiel über die von Red Baraat: Die bunte Truppe um den Sänger und Dholtrommler Sunny Jain spielt eine Musik, die man als amerikanische Variante des europäischen Balkan-Brass, Russendisko und Latin-Ska-Sound bezeichnen kann. Die Oldenburger jedenfalls gingen enthusiastisch mit, erklatschten am Ende noch diverse Zugaben.

Auf diese Weise wurde am Sonnabendabend auch der Auftritt des Jazzrockers Mike Stern veredelt. Sein Mix aus Jazz und Rock, stark inspiriert durch Sterns Arbeit für Miles Davis, zeigte die Möglichkeiten, die die Gitarre einem Könner bietet: kraftvoll und lyrisch, kantig und filigran – Mike Stern zauberte Atmosphäre aus den sechs Saiten, zumal im bluesrockigen Zugabenteil.

Für viele Fans hätte es indes ruhig etwas mehr Gitarre sein können, der Bandleader gestattete seinem Saxofonisten Bob Franceshini viel Platz für Soloausflüge. Dave Weckl (Schlagzeug) und Chris Minh Doky (Bass) ergänzten die Band, deren Auftritt für viele als Höhepunkt des Kultursommers 2012 galt.

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