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Paar Aus Oldenburg Macht Weltreise:
Wir sind dann mal weg...

Wellington/Oldenburg „Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Geld“ trällerte Schlagerstar Karel Gott einst. Um die ganze Welt? Ja. Die Taschen voller Geld? Eher nicht. Rabea Röhll und Michael Richwien müssen hart dafür arbeiten, sich eine Weltreise leisten zu können. Im Folgenden schildern sie ihre Erfahrungen:

Unsere eigentliche Reise beginnt bereits weit vor dem Start am 15. Oktober 2015, nämlich mit den Vorbereitungen, die eine wichtige Rolle spielen, bevor es eigentlich losgeht. Wer je mit dem Gedanken spielt, so ein Projekt zu starten wie wir, wird sich schnell umschauen und merken, dass wesentlich mehr dazu gehört als „nur“ die Jobs zu kündigen und ein bisschen Geld zur Seite zu legen.

Die Reisevorbereitungen haben bereits ein Jahr im voraus im Kopf begonnen, um sie später in die Tat umsetzen. Zuerst überlegte man sich, wie man in kürzester Zeit viel Geld sparen kann. Das ging nur durch eine extreme Verkleinerung der Wohnung (95 Quadratmeter auf 25) und einen zweiten Job. Nachdem wir dies alles mit der Hilfe unserer Eltern und Freunde hinter uns gebrachten hatten, ging es an die Planung der groben Reiseroute, die natürlich das ein oder andere Mal geändert wurde.

Nachdem wir alle Länder ausgewählt hatten, die wir bereisen wollten ging es an die Überlegung, welche medizinischen Vorbereitungen (Impfungen) getroffen werden müssen, um diese Länder mit ruhigem Gewissen bereisen zu können. Da dies ein Zyklus war der rechtzeitig begonnen werden musste, haben wir auch keine Zeit verstreichen lassen und legten gleich los, damit wir Anfang Oktober mit allem durch waren.

Nachdem wir unserem Arbeitgeber die frohe Botschaft verkündet hatten, alle bürokratischen Wege erledigt waren, die Flüge zum Teil gebucht waren, rückte der Oktober immer näher. Die letzten zwei Wochen vor dem Abflug vergingen rasend schnell. Was macht man in zwei Wochen bevor man 14 Monate aus dem alltäglichen Leben verschwindet? Ganz klar, man verabredet sich mit Freunden, geht essen, verbringt noch mal intensiv Zeit mit der Familie, die natürlich fast ein ganzes Jahr mehr oder weniger alles mitverfolgt hat.

Dann war Tag x gekommen, erstes Ziel für die kommenden 3 Monate: Die USA.

Wir waren beide keine großen USA-Fans, da man von vielen Seiten viel negatives über dieses Land hört, doch wir wollten uns unsere eigene „richtige“ Meinung vor Ort bilden. Und tatsächlich: unsere voreingenommene Meinung hat sich von Woche zu Woche geändert, denn die Erfahrungen mit den Amerikanern, die wir getroffen haben, waren durchweg positiv. Wir kamen ständig ins Gespräch und die Menschen zeigten reges Interesse an uns egal wo wir standen, ob in der Schlange bei Walmart oder an der Ampel. Dies hatten wir vorerst nicht vermutet.

Den Weltreise-Blog der beiden finden Sie hier

Doch auch wenn man denkt, man hat von zu Hause aus schon so viel „geplant“, bekommt man das Gegenteil deutlich zu spüren, während man unterwegs ist. Denn es kommt vieles immer anders, als man denkt. Wir haben in den 90 Tagen quer durch Amerika mit Greyhound-Bussen, Auto, Flieger oder Wohnmobil eines gelernt: Man muss sich treiben lassen und das was passiert so hinnehmen, wie es kommt. Auch wenn es einem manchmal nicht so gefällt. Das gehört dazu und daraus lernt man und wächst an Erfahrungen. Vieles passiert aus einem bestimmten Grund.

Als es am 8. Januar Zeit war für einen Kontinentwechsel (Neuseeland), merkten wir dass wir eindeutig gelassener und ruhiger in den Flieger gestiegen sind. Wir haben uns „eingegroovt“ und sind nun für die nächsten zehn Monate warmgelaufen. Wir haben die Reiselust eindeutig für uns entdeckt.

Ein anderer wichtiger Punkt ist natürlich das gemeinsame Reisen. Zu Hause hat jeder seine zwei Jobs, Hobbies und Freunde gehabt. Auf der Reise verbringt man nun 24 Stunden jeden Tag zusammen, man lernt seinen Partner noch mal ganz anders kennen und entdeckt vielleicht Seiten, die man vorher noch nicht kannte. Wir sind froh, dass wir uns auch bei diesem Punkt „eingegroovt“ haben und merken, dass das Reisen zusammen sehr gut klappt, auch wenn man natürlich nicht immer einer Meinung ist. Das schöne am Reisen ist, dass man nicht nur an die schönsten Orte der Welt gelangt sondern auch immer wieder auf gleichgesinnte trifft - egal welcher Nationalität sie entsprungen sind.

Wir sind nun sehr sehr gespannt auf die nächsten 10 Monate. Es geht nun als nächste nach Australien, dort hofft Rabea mit dem
„Working-Holiday-Visum“ Arbeit zu finden. Micha ist es leider nicht mehr möglich, da er über der Altersgrenze ist (man kann sich bis einschließlich 30. Lebensjahr um das Visum bemühen).

Wenn Rabea Arbeit gefunden hat, ist der Plan, danach Australien noch etwas zu bereisen - und danach geht es weiter nach Südostasien (Bali, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Philippinen).


     www.ploetzlich-woanders.de 
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