Urban Gardening:
Grüne Revolte erwächst im Schrebergarten

Verein „Wurzelwerk“ bewirtschaftet Parzelle in Kleingartenkolonie – Zweite Saison

Oldenburg Wohin man auch schaut, nirgendwo entdeckt man Gartenzwerge. Die Suche nach akribisch gestutzten Rasenflächen bleibt ebenfalls erfolglos. Stattdessen: Mehrere Hügelbeete, Weidenzäune, eine Grillstelle, Insektenkirche, Bienenstock, Komposthaufen und Komposttoilette, Obstbäume, Kräuterschnecke und seit neuestem auch ein Unterstand für einen Lehmofen. Keine Frage: Diese Fläche innerhalb der Anlage des Kleingartenvereins (KGV) Haarentor passt so gar nicht zum üblichen Schrebergarten-Klischee. Bewirtschaftet wird das 500 Quadratmeter große Areal vom Verein „Wurzelwerk“ – eine überwiegend studentisch geprägte Gruppe, die sich dem „Urban Gardening“ verschrieben hat.

„Der KGV Haarentor hat uns gerne aufgenommen und war offen für unsere Ideen“, blickt „Wurzelwerk“-Mitbegründer Martin Ritter zurück. Als die „Wurzelwerker“ die Parzelle im Oktober 2013 übernahmen, war die vom Erlenweg aus erreichbare Fläche völlig zugewachsen und durch Brombeergestrüpp so gut wie unzugänglich. Mit großer Tatkraft wurde die verwilderte Fläche in einen aufblühenden Gemeinschaftsgarten verwandelt. „Das war nur in der Gemeinschaft zu schaffen“, so Martin Ritter.

Schon im ersten Jahr wurde emsig gegärtnert, viel leckeres Gemüse geerntet und zusammen verspeist. Zusammen mit Schulklassen und durch öffentliche Aktionen außerhalb des Gartens (zum Beispiel beim „Urban-Schloss-Gardening“, beim Freigang-Festival zum Stadtfest und beim Repair-Café) konnte die Gruppe ihr Wissen und ihre Freude am Gärtnern weitergeben.

Auch während der Wintermonate war das „Wurzelwerk“ umtriebig: Im Januar wurden bei der 1. Saatgut-Tauschparty im Polyester Sämereien und Stecklinge fürs Frühjahr gesichtet und getauscht. Im März gab eine Mitarbeiterin des Naturschutzbund-Projekts „Plan Bee“ Hilfestellung beim Bau von Wildbienenunterkünften. Im April packten Schüler der Sprachlernklasse der Oberschule Alexanderstraße kräftig mit an und haben ein Hochbeet aus dem „Winterschlaf“ erweckt. Unter Glasscheiben sprießen dort nun erste Kohlrabi-, Blumenkohl- und Rettichpflanzen.

Mitmachen kann beim „Wurzelwerk“ jeder. Durch den ökologischen Anbau und die selbstständige Ernte möchte der Verein die vielfältigen Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Mensch und Umwelt sichtbar machen und so für eine gesündere und bewusstere Ernährungsweise sensibilisieren.

Die grüne Revolte in der Schrebergartenkolonie macht Appetit auf mehr.
Gemeinsames Gärtnern: mittwochs 16 bis 18 Uhr sowie sonnabends 13 bis 16 Uhr.


  www.wurzelwerk-ol.de 

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