„world Press Photo“-Award:
Fotoausstellung von Weltrang in Oldenburg

Barcelona, Tokio, Kapstadt: Die Ausstellung mit 150 prämierten Pressefotos ist auf Welttournee. Zum allerersten Mal macht sie Station in Oldenburg – und das ist dem Engagement eines einzelnen Bürger zu verdanken.

Oldenburg „Aus den Augen, aus dem Sinn“ – so lautet eine Redewendung. Die Bilder, die ab dem 20. Februar im Dachgeschoss des Oldenburger Schlosses zu sehen sein werden, erzielen in der Mehrzahl die genau entgegengesetzte Wirkung: Sie brennen sich ins Gedächtnis des Betrachters ein. Es handelt sich um die weltbesten Pressefotos, die alljährlich von der in Amsterdam ansässigen „World Press Photo Foundation“ gekürt werden. Rund 150 außergewöhnliche Bilder umfasst die Ausstellung, die Jahr für Jahr auf Welttournee durch mehr als 90 Städte geht. Nun macht die eindrucksvolle Schau erstmals im Nordwesten Deutschlands Station, und Oldenburg reiht sich ein in eine beeindruckende Liste an Städten, in denen die Schau in der Vergangenheit bereits präsentiert wurde, zum Beispiel Barcelona, Tokio, Kapstadt und Rio.

Dass die Zeitdokumente drei Wochen lang in Oldenburg gezeigt werden, ist dem Geschäftsführer der Agentur Mediavanti, Claus Spitzer-Ewersmann, zu verdanken. Der 57-Jährige hat die Ausstellung inzwischen mehrmals gesehen – zuletzt im Januar 2015 im ehrwürdigen Raffles-Hotel in Singapur. „Ich wollte dieses Erlebnis auch meinen Bekannten und Kunden in Deutschland ermöglichen, hätte sie dafür aber nach Hamburg schicken müssen.“ So fasste er den Entschluss, die Sache selber in die Hand zu nehmen.

Gemeinsam mit dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und mit der Unterstützung zahlreicher Sponsoren ist es Spitzer-Ewersmann gelungen, die Schau nach Niedersachsen zu holen. Die NWZ  fungiert als Medienpartner. Rund 40 000 Euro umfasst das Budget für die Ausstellung, mit 14 000 Euro beteiligt sich die Stadt Oldenburg. „Wir freuen uns sehr, diese renommierte und weltweit anerkannte Ausstellung in unserem Hause zeigen zu dürfen“, erklärt Museumsleiter Prof. Dr. Rainer Stamm.

Die Bilder – allesamt mit ausführlichen Erläuterungen zum Motiv und Fotografen – zeigen Aufnahmen unter anderem aus Kriegsgebieten, dem Sport, der Natur und von persönlichen Erlebnissen. Manche Motive – zum Beispiel ein fotografiertes Absturzopfer des über der Ukraine abgeschossenen Flugs MH17, das noch im Sitz festgeschnallt in einem Weizenfeld liegt – sind nichts für Zartbesaitete. Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren ist der Besuch der Ausstellung daher nicht zu empfehlen.

Offiziell eröffnet wird die Ausstellung am Sonnabend, 20. Februar, um 10 Uhr durch den Fotografen Mads Nissen, der dazu aus Kopenhagen anreisen wird. Der 36-jährige Däne hat im vergangenen Jahr den Wettbewerb um den „World Press Photo Award“ gewonnen, und zwar mit einem Bild, das ein homosexuelles Paar in einer intimen Situation in einer Wohnung mitten im russischen St. Petersburg zeigt. „Dass wir ihn dafür gewinnen konnten, die Schau zu eröffnen, unterstreicht ihre große Bedeutung“, freut sich Claus Spitzer-Ewersmann.

Ergänzend zur Ausstellung wird es eine Vielzahl an Begleitveranstaltungen geben. So befasst sich etwa eine prominent besetzte Diskussionsrunde mit der Frage, wie weit die Darstellung von Fotos in den Medien gehen darf.

Die World Press Photo Foundation hat bereits Interesse an einer Wiederholung bekundet. „Grundsätzlich haben wir das auch und sind auf die Resonanz gespannt“, sagt Spitzer-Ewersmann. „Hoffentlich ist das Publikum genauso begeistert wie wir.“


Mehr Infos unter   www.worldpressphoto.org 

World Press Photo 2015: Das Begleitprogramm

Sonnabend, 20. Februar
  10 Uhr: Offizielle Eröffnung mit Mads Nissen; Schloss
14 Uhr: Öffentliche Führung; Schloss

Sonntag, 21. Februar
  11 Uhr: Matinee mit Rüdiger Lubricht, Thema: Fotografisches Langzeitprojekt in Tschernobyl; Buchhandlung Isensee

Montag, 22. Februar
20 Uhr: Film „The Bang Bang Club“; Cine k

Dienstag, 23. Februar
19.30 Uhr: Diskussion „Wie echt ist die Wirklichkeit“ mit Peter Bialobrzeski (HfK Bremen), Martin Stromann (Ostfriesland-Magazin), Markus Hibbeler (Fotograf); Offis-Institut

Donnerstag, 25. Februar
19.30 Uhr: Diskussion „Was dürfen Pressebilder zeigen?“ mit Peter-Matthias Gaede (Ex-Geo-Chefredakteur, Mitglied der World Press Photo-Jury), Michael Kappeler (DPA-Cheffotograf), Pastor Ralph Hennings und Rolf Seelheim (NWZ-Chefredakteur); PFL

Sonntag, 28. Februar
11 Uhr: Matinee zu „Herausforderungen im Sportjournalismus“ mit Ulf Duda (Varel); Isensee
11 Uhr: Führung; Schloss

Montag, 29. Februar
20 Uhr: Film „Das Salz der Erde“; Cine k

Dienstag, 1. März
 10.15 Uhr: Führung „Kunst und Croissant“; Schloss

Mittwoch, 2. März
 19 Uhr: „Mehr als tausend Worte“ – Oldenburger Fotografen präsentieren sich Unternehmen; OLB

Sonnabend, 5. März
 14 Uhr: Führung; Schloss

Sonntag, 6. März
 11 Uhr: Matinee zu „Fotoreportagen aus Afrika“ mit Christian Gödan (Osnabrück); Isensee

Mittwoch, 9. März
 12.30 Uhr: Führung „Kulturhäppchen“, Schloss

Donnerstag, 10. März
 19.30 Uhr: Oldenburgs 1. Fotoslam; Polyester

Sonnabend, 12. März
 14 Uhr: Führung; Schloss

Sonntag, 13. März
 11.30 Uhr: Filmmatinee „Die Hälfte der Stadt“;
Cine k

 12 und 15 Uhr: Führungen; Schloss

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Über den Autor

Stephan Onnen

Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel.: 0441 9988 2114
Fax: 0441 9988 2109

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