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Motorrad Show In Oldenburg:
Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger ...

Oldenburg Höchste Akrobatik: In der kleinen EWE Arena konnten Motorradfans am Wochenende auf der 20. Motorrad Show ein Stunt-Programm mit allen Sinnen erleben: artistische Sprünge über bis zu 13 Meter „Luftlinie“, und dazu der passende Höllenlärm von den Crossrädern „auf die Ohren“. Und was wäre ein Showprogramm der Motocrosser ohne den Geruch von Benzin und qualmendem Reifenabrieb?

Lasse Abel vom Moto-Cross Club Wildeshausen ist am Sonnabend mit elf Jahren der jüngste Teilnehmer. „Ein bisschen Kribbeln im Bauch habe ich schon“, gibt er vor dem Start zu. Aber davon merkt man nichts, als er mit seinen älteren Stunt-Kollgen in die Arena „brettert“. Da werden Bäumstämme überwunden, Mittelklassewagen übersprungen und große Distanzen in der Luft bewältigt – großartige Sprünge, die die Herzen so mancher Zuschauer auf den vollbesetzten Rängen kurz still stehen lassen.

Freestyler Lars Liffers und Trialakrobaten zeigen, was sie können. Auch der Speedwayverein MSC Moorwinkelsdamm mit der erst zwölfjährigen Ann-Kathrin Gerdes bringen die Gäste auf den Rängen zum Kreischen. Moderator Werner Berger kommentiert gekonnt und unterhaltsam das Geschehen.

Familie unterstützt

Tobias Watzke ist der Stuntkoordinator bei der Aktion und versichert, dass alle Teilnehmer gut trainiert sind und die Gefahr eines Sturzes sehr gering ist. „Es sind alles Hobbyfahrer, die heute Abend wieder gesund bei ihrer Familie sein wollen“, so Watzke. „Bis ich an Stuntshows teilnehmen konnte, musste ich schon einige Stürze hinnehmen“, gibt Velten Piepke (27) zu. „Aber man möchte sich irgendwann nicht mehr blamieren und geht konzentriert ins Geschehen“, so der Motocross-Akrobat. Die Überwindung der Rampe macht ihm am meisten Spaß.

Direkt am Eingang zur Arena steht Hildegard Hilbig aus Wildeshausen mit knusprigen Brötchen, Kaffee und Kuchen. Sie ist „immer dabei“, wie sie sagt. „Mein Mann und meine beiden Söhne – 19 und 16 Jahre alt – sind mit Leib und Seele Crosser, und ich sorge für das leibliche Wohl zu Hause und hier am Stand“, sagt sie und ist überzeugt, dass ihr Anteil zum Erfolg ihrer „Schützlinge“ beiträgt.

Großeinkauf nach Messe

Auch Carolin Meyer, Lisa Gerken und Christian Fortmann waren bei der Stuntshow dabei und schauten sich nachher mit glänzenden Augen einen Triker auf dem Stand der „Indian Triker Oldenburg“ an. „Es ist schon ein schönes Gefährt“, sagt Fortmann. „Vielleicht später“, ergänzt er noch.

Überhaupt redeten in den Hallen nur wenige Leute von einem „Motorrad“. Entweder sind es Biker, Triker, Crosser oder sonstige Abwandlungen. Gern werden Anglizismen genutzt: Die Kleidung ist „Outfit“. Tuning, Touring und Roadster sind weitere und selbstverständliche Sprachabwandlungen.

Claudia Gruben hatte auf der Motorrad Show im vergangenen Jahr auf einer Suzuki IDL 1000 V-Strom „Probe gesessen“ und sich kurz darauf eine gekauft. „Ich bin total zufrieden“, sagt die Mutter der 16-jährigen Lea-Sophie, die auch schon „stark infiziert ist“. Oliver Gruben fährt eine Harley Davidson electra glide. „Nein, das ist kein Elektro-Motorrad“, stellt er schmunzelnd klar. Gruben fährt rund 10 000 Kilometer im Jahr. „Viele davon mit meiner Familie“, sagt er. Gruben trifft auf der Messe in Oldenburg immer zahlreiche Motorradfans, die er kennt – auch einer der Gründe, herzukommen.

Besucher sind versiert

BMW Freese ist auch mit einem Stand vertreten. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz und auch der Atmosphäre in den Hallen. Alles passt schön zusammen“, sagte Verkaufsleiter Achim Kämpfer. „Die Besucher sind interessiert und versiert, deshalb machen die Gespräche große Freude“, sagt Kämpfer, der sich von seinem zwölfjährigen motorradbegeisterten Sohn Theis unterstützen lässt.

Kämpfer arbeitet mit einem Reiseveranstalter am gegenüberliegenden Stand zusammen. „Wenn jemand mit dem Motorrad verreisen will, haben wir hier einen Partner, der das organisiert.“ Das Thema „Reisen mit dem Motorrad“ war an mindestens fünf Ständen präsent.

Auf 8000 Quadratmetern traf man sich zum „Rendezvous“ mit führenden Marken und renommierten Händlern rund um das Thema Motorrad in der Region. Retro-Bikes und Motorroller in allen Farben, Modellen und Preislagen, getunt und sogar mit Beiwagen. Ob handfeste deutsche Modelle oder „kreative Italiener“, ob „amerikanische Träume“ oder Dresdener „ventilloser Viertakter“, jeder Besucher kam hier auf seine Kosten.

So klang auch die Bilanz von Projektleiterin Sonja Hobbie: „Wir hatten wieder 12500 Besucher. Auch die Händler waren sehr zufrieden, die Stimmung war klasse. Es gab viele konkrete Verkaufsgespräche, das Publikum war absolut kundig, darunter viele junge Leute. „Dazu haben sicher auch die Motocrosser und die Scooter Customer Show beigetragen“.


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