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Messe:
Naturfreunde blühen auf

Oldenburg Feine Steinsplitter fliegen am Werkbock in die Luft, wenn der Holzhammer auf das Schrifteisen trifft. Steinmetz Thomas Büsing arbeitet an einem Hausspruch, den er in eine Sandsteinplatte einmeißeln möchte. „Der Stein wird erst grob eingearbeitet, dann geht es nach Innen an die Feinarbeiten“, beschreibt er.

Zwischen all dem Grün auf den vierten Oldenburger Gartentagen wirken die Steinskulpturen und dekorativen Elemente am Stand fast wie ein Kontrast. Aber auch nur fast, denn warum darf es nicht auch mal Gartenschmuck sein, der für die Ewigkeit gemacht ist? Auch deshalb sind die Oldenburger Betriebe H. Wille und Wandscher von Anfang an mit einem Gemeinschaftsstand auf der Messe vertreten. „Es ist auf der einen Seite ein sehr traditionelles Handwerk, auf der anderen Seite haben wir alle modernen Komponenten dabei“, erzählt Jan Wandscher, stellvertretender Obermeister des Innungsbezirkes Oldenburg-Ostfriesland.

Neue Trends und Exoten

Ob überdimensionale Schwenkgrills, sprudelnde Whirlpools mit Lichteffekten oder ein Rasenmäher, der seine Arbeit ganz ohne menschliches Zutun verrichtet: an neuen Trends rund um den Garten mangelt es bei den Oldenburger Gartentagen nicht. Sattes Grün und zahlreiche Kübel mit blühenden Azaleen prägten das Bild in der Weser-Ems-Halle. Beinahe tropisch angehaucht wirkte der Stand der Firma Ostmann in einem Grünpflanzen- und Orchideenmeer.

Bei Blumenzwiebeln von Maiglöckchen und Calla über „tränendes Herz“ bis hin zur japanischen Wunderblume kann die Entscheidung schwer fallen – unerschöpflich ist so ein Garten leider nicht. „Einen Teil meiner Blumen muss ich rausnehmen, weil ich sonst keinen Platz für Neue habe“, erzählt Besucherin Giesela Siefjediers und zeigt stolz ihre Ausbeute: Bunte Lupinen und Zwiebeln einer Blume mit dem viel versprechenden Namen Cosmos. Die Rastederin besucht gemeinsam mit ihrer Cousine Ursula Chan die Gartentage. Zuvor hatten die Frauen sich durch das kulinarische Angebot der Messe im Foyer probiert, denn die vierte Auflage der dreitägigen Messe stand unter dem Motto „Garten und Genuss“. „Es scheint fast so, als ob beide Komponenten einfach zusammen gehören“, findet Ursula Chan. Im Anschluss an den Blumenrausch wollen die Cousinen noch einen Vortrag über die Gärten Cornwalls besuchen. „England hat so schöne Gärten, sie sind nicht so formell wie in Deutschland“, sagt Ursula Chan.

Natürlich und praktisch

Tipps gibt es an allen drei Gartentagen nicht nur in Form von Vorträgen, die rund 65 Aussteller informieren zudem an ihren Ständen. Der Bezirksverband der Gartenfreunde Oldenburg-Ammerland etwa stellte vor, wie man Gartenerde aufpeppen kann. Die Besucher konnten sich dabei durch verschiedene Erdproben tasten. „Der Trend geht zu torffreier Erde“, erzählt Birgit Klempau, die einen Kleingarten in Osternburg pachtet. Statt Torf mischen einige Hersteller mittlerweile Kokosmark, in Form von kleinen Fasern, in die Erde. Jeder Boden sei anders beschaffen. „Wichtig ist, dass der PH-Wert stimmt“, sagt Birgit Klempau.

Ob nun Buchsbaum-Schere oder schweres Gerät wie motorisierte Kettensägen – die Besucher konnten sich mit dem nötigen Werkzeug eindecken. Gartenbesitzer, die kein handwerkliches Geschick mitbringen oder auf Flexibilität setzen, hat die Firma Sedo-Hochbeete aus Schwanewede im Besonderen bedacht. Ein Prototyp einer Holzhütte war in die Messehalle gezogen. Der Clou: Das Häuschen kann ganz ohne Werkzeug aufgebaut werden, denn die Bretter aus Douglasienholz halten per Stecksystem zusammen. Die Holzhütte wächst sogar mit und kann jeder Zeit ab- und wieder aufgebaut werden.

Aufgeblüht zeigte sich auch Messeleiterin Sonja Hobbie am Sonntagabend: „10 821 Besucher – 300 mehr als im Vorjahr. Die Elftausender Marke haben wir nicht geschafft. Aber das Wichtigste: Aussteller und Besucher sind glücklich.“ Der Frühling kann also kommen.

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