Peter Kraus In Oldenburg:
Er schwingt noch immer locker die Hüften

Er ist ein Phänomen: Zweieinhalb Stunden heizte der 76-Jährige seinen Fans mit Musik der vergangenen Jahrzehnte ein. Doch nicht nur mit Musik begeisterte er sein Publikum.

Oldenburg Die Saxophontöne erklingen laut durch die Boxen, dann setzt das Schlagzeug ein, gefolgt von Gitarre, Keyboard und Trompete. Direkteinstieg der Band beim Peter-Kraus-Konzert. Die Rock’n’Roll-Legende tritt wenige Takte später auf die Bühne und animiert das Publikum zum Mitklatschen. Mit „Die letzten Rock’n’Roller“ begrüßt er sein Publikum am Mittwochabend um 20 Uhr in der Weser-Ems-Kongresshalle. Das bringt die Fans schon zu Beginn richtig in Stimmung.

Seit 60 Jahren begeistert Peter Kraus das deutsche Publikum. Der Sohn des Kabarettisten Fred Kraus hat noch heute einen Hüftschwung wie mit 17. „Den habe ich damals vorm Spiegel im Elternschlafzimmer lange einstudiert“, erzählt er den Zuhörern. Zwischen Klassikern wie „Twist and shout“, „Love me tender“ und „I’m walking“ erzählte der in Jeans gekleidete Kraus immer wieder kleine Anekdoten. Viele Lieder aus den Staaten hat er übersetzt oder mit neuen deutschen Texten eingesungen. „In den 50ern kamen viele wilde Lieder auf den Markt. Einige waren zu wild, um sie zu übersetzen“, lacht Kraus in Gedanken an die alte Zeit.

Auch wenn die Kongresshalle nicht bis auf den letzten Platz ausgebucht war, hat dies der Stimmung keinen Abbruch getan. Es wurde geklatscht, geschunkelt und mitgesungen. Auch die Songs von Kraus’ Album „Zeitensprung“ stießen beim Publikum auf Anklang. Die Texte von „Hamma!“ von der deutschen Musikgruppe Culcha Candela und „Applaus Applaus“ von der Band Sportfreunde Stiller nahm er zu rockigen Klängen der 50er und 60er Jahre mit seiner Band auf. „Das war schon lange ein Wunsch von mir, den ich mir zu meinem 75. Geburtstag erfüllt habe“, freut sich der Sänger.

Sein Alter nimmt der Rock’n’Roller mit Humor. „Ich freue mich immer, wenn nach dem Konzert Teenager nach einem Autogramm bitten. Doch wenn ich frage, für wen ich signieren soll, ist die Antwort meist: Für meine Großmutter.“ Kraus lacht darüber und sein älter gewordenes Publikum tut es ihm gleich.

Während einer Pause kommen die Fans wieder zu Kräften, um am Ende noch mal richtig rocken zu können. Kraus tritt in neuem Outfit auf – weißes Hemd, schwarze Krawatte und Weste. Seine Hits wie „Tiger“ und „Rote Lippen soll man küssen“ hat er sich für den Schluss aufgespart. Zu „Sugar Baby“ erheben sich alle von ihren Plätzen und schwingen so schön die Hüften, wie sie es vor 60 Jahren getan haben. Standing Ovation und tosender Applaus verabschieden Peter Kraus und seine Band an diesem Abend.

Vorbei soll es noch lange nicht sein. „Ich habe schon wieder Ideen für ein neues Album“, kündigt Kraus an.

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