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Rückwärts Knallt’s Am Häufigsten:
Mehr Verletzte bei Unfällen in Oldenburg – woran liegt’s?

Oldenburg 995 Menschen wurden im vergangenen Jahr bei Unfällen auf Oldenburger Boden mehr oder minder stark verletzt – so viele wie seit zehn Jahren nicht. War es damit also ein katastrophales Jahr für Stadt und Statistik? Hauptkommissar Bernhard Stegemann relativiert trotz dieser Zahlen: „Im vergangenen Jahr ist niemand im Straßenverkehr ums Leben gekommen“, sagt er, „positiv ist auch zu vermelden, dass die Anzahl der an Unfällen beteiligten Radfahrer im Stadtgebiet Oldenburg zurückgegangen ist“.

Alkohol und Drogen

Es scheint wohl alles eine Frage des Verhältnisses zu sein. Denn obwohl die Zahl der Verkehrsunfälle auf 4721 (plus 274 zum Vorjahr) und auch die Zahl der Unfälle mit „Personenschäden“ gestiegen ist, fällt deren Anteil letztlich auf 17,7 Prozent (minus 0,6).

Von den 995 Verletzten mussten 107 mindestens einen Tag im Krankenhaus verbringen – sie gelten damit als schwer verletzt. Die Veränderung zum Vorjahr (971/115) erscheint da eher marginal. Gleiches gilt auch für den Anteil an verletzten Kindern (70), der ein Jahr zuvor noch bei 86 lag: „Wir freuen uns über den Rückgang, aber zufrieden kann man bei noch immer neun schwer und 61 leicht verletzten Kindern keinesfalls sein“, so Stegemann, „da sind die Eltern auch bei der Verkehrserziehung gefordert.“

Grafik: Unfälle in Oldenburg

Nicht die Eltern, sondern die Gesellschaft scheint sich aufgrund des demografischen Wandels einem weiteren Aspekt stellen zu müssen: Gleich 982 Senioren (über 65 Jahre) waren an den letztjährigen Unfällen in Oldenburg beteiligt, 638 von ihnen sogar die Hauptverursacher.

Zur Risikogruppe gehören auch junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren – 1074 von ihnen wurden als Unfallbeteiligte vermerkt, derer 635 als verantwortliche. Sowohl bei den Leicht- (172, plus 13), als auch den Schwerstverletzten (19, plus 12) geht die Kurve nach oben. Alkohol und Drogen könnten ein Argument sein. Erfasste die Polizei 2014 hier kaum Delikte, stand mehr als ein Viertel dieser Altersgruppe beim Unfall unter Drogen. 13 Prozent unter Alkoholeinfluss. Deutlich anfälliger scheinen dennoch jene Verkehrsteilnehmer, die in der Mitte ihres Lebens stehen (25 bis 44 Jahre), für derartige Delikte – in mehr als der Hälfte (55 Prozent) aller drogenbedingter Unfälle zeichnete diese Altersgruppe verantwortlich. Wo übertriebener Alkoholgenuss zum Aufprall führte, waren immerhin noch 39 Prozent „mittelalt“.

Viele Erklärungsansätze

Interessant ist da aber auch ein Blick auf die Unfallursachen: Die Einfahrt in den Fließverkehr (391), Fehler beim Abbiegen (273) oder vorfahrtsrechtliche Probleme (296) – sie haben sich im Jahresverlauf die Waage gehalten. Dann aber diese Zahl: Gleich 558 Mal (plus 71) knallte es beim Rückwärtsfahren und beim Wenden. Warum? Auch darüber scheiden sich die Geister. Zu viele Sperrungen? Zu kleine Heckscheiben? Unachtsamkeiten? „Erklärungsansätze gibt es viele“, sagt Stegemann. Belegbar seien die aber alle nicht.

Im Oldenburger Verkehr endgültig angekommen, und das durchaus negativ, sind nun auch Pedelecs, also Fahrräder, die von einem Elektroantrieb unterstützt werden. Wurde vor vier Jahren gerade einmal ein Unfall mit einem solchen Zweirad polizeilich erfasst, sind es nun 23 (plus 14 zu 2014). Auch hier spielt das Alter offenbar wieder eine Rolle – Senioren sind überproportional daran beteiligt. Insgesamt weist die Statistik 556 (minus 13) Verkehrsunfälle mit Beteiligung von einem oder mehr Radfahrern aus.

Auch ohne Rad, ob nun zwei oder vier, ist man in Oldenburg gefährdet, wenngleich auch weniger als noch in 2014. 108 Fußgänger (minus 16) waren im vergangenen Jahr an Unfällen beteiligt, 22 (minus 6) schwer verletzt.

Baustellen schuld?

Blieben noch die Autobahnen im Stadtgebiet Oldenburg. Hier ist die Zahl der Unfälle rasant auf 431 (plus 103) angestiegen, ebenso die Zahl der Leichtverletzten (116, plus 42). Ursachen vermutet die Polizei in der Vielzahl an Baustellen und Fahrbahnverengungen im vergangenen Jahr.

Die Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland möchte „in ihren Anstrengungen zur Reduzierung insbesondere von Unfällen mit Personenschäden nicht nachlassen“, heißt es. Neben flächendeckender Verkehrsüberwachung soll es weiterhin gezielte Polizeikontrollen geben.

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