Oldenburger Denkmal:
Besitzer sieht fürs Wallkino keine Zukunft mehr

Viele lauschige Kinoabende haben die Oldenburger in dem Gebäude am Heiligengeistwall verbracht. Seit 2007 steht es leer und entwickelte sich immer mehr zum Schandfleck. Besitzer Ulrich Marseille stand der NWZ Rede und Antwort. Er sieht sich von der Verwaltung zur Untätigkeit verdammt.

Hamburg/Oldenburg Der Besitzer des seit 2007 leerstehenden Wallkinos, der Hamburger Unternehmer Ulrich Marseille, hält einen Teilabriss der Immobilie für unverzichtbar. Die Fassade zum Heiligengeistwall soll bei dieser Lösung erhalten, der Baukörper zwischen Heiligengeistwall und Wallstraße durch einen Neubau ersetzt werden, sagte Marseille am Mittwoch in einem NWZ -Interview in Hamburg. Die Stadt hatte einen Antrag auf Teilabriss 2011 abgelehnt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Marseille sieht in den Auswirkungen dieser beiden Entscheidungen den Wegfall seiner „Gestaltungsmacht“ über sein Gebäude. „Wenn sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert, wird sich auch am Wallkino nichts ändern“, sagte er der NWZ . Er sei gespannt, wie sich der neue OB Jürgen Krogmann in dieser Frage positioniere. Krogmann wird sich nach Angaben aus der Stadt an diesem Freitag mit Marseille treffen.

„Ich bin nicht bereit, durch Oldenburg zu ziehen, und Stimmen für mich zu sammeln. Dafür ist es mir nicht wichtig genug. Der neue OB kennt die Problematik, und muss schauen, was er tun will und kann“, sagte Marseille.

Der Hamburger Unternehmer betonte, er sei „glühender Verfechter“ des Denkmalschutzes. Er habe aber bis heute von der Stadt nicht erfahren können, welche Teile der Immobilie davon betroffen seien. „Im Innern sind zwei Kinos, die oft umgebaut wurden. Der große Saal wurde tiefer eingegraben, die Decke verändert. Was ist da denkmalwürdig, außer den Erinnerungen und der Fassade?“, fragte Marseille.

Die Immobilie, wie sie heute dastehe, eigne sich nur für ein Kino, betonte Marseille. Die große Zeit der Kinos sei aber vorüber. Deswegen müsse für die Immobilie eine andere Nutzung gefunden werden, um wirtschaftlich zu funktionieren. Sollte die Stadt bei ihrer Haltung bleiben, sei er allenfalls bereit, die Fassade neu zu streichen und sie anzustrahlen, „wenn das dem Gebäude das Odium des Schandflecks nimmt“.

NWZ-Interview mit Ulrich Marseille

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05.02.2015
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