Filmfest:
Zum Auftakt ein Film aus Oldenburg

Geschichte eines jungen Paares aus den Sechzigern thematisiert kirchliche Heimerziehung

Gedreht wurde mehrere Wochen lang in der Stadt. Es gibt noch Karten für die Gala-Premiere am 10. September.

Oldenburg Zum zweiten Mal wird nach „Schlaflos in Oldenburg“ das Filmfest mit einem Werk eröffnet, das auch in Oldenburg gedreht wurde: „Von jetzt an kein Zurück“ heißt der Streifen, der am Mittwoch, 10. September, in einer Gala-Premiere zum Auftakt des Festivals in der kleinen EWE-Arena läuft und erst Ende des Jahres in die Kinos kommen wird. In Oldenburg wurde ab 28. September 2013 mit Komparsen an mehreren Standorten gedreht: auf dem Fliegerhorst, in der Osternburger Dreifaltigkeitskirche und in den Donnerschwee-Kasernen. Als Produktionsfirma zeichnete die Berliner Jost-Hering-Filme verantwortlich (NWZ  berichtete).

Es geht um die Geschichte eines jungen Paares, das in den 60er Jahren aus der Enge der elterlichen Welt ausbrechen will und dafür einen hohen Preis zahlen muss: Ruby, die eigentlich Rosemarie heißt, und Martin werden der Schule verwiesen. Sie erleben elterliche Gewalt und landen schließlich im Heim. Der langhaarige Martin kommt in ein berüchtigtes Erziehungsheim der Diakonie, Ruby landet im geschlossenen katholischen Heim der barmherzigen Schwestern. Ben Becker ist in der Rolle eines der unbarmherzigen Väter zu sehen.

Über seinen Film „Von jetzt an kein Zurück“ sagte der österreichische Regisseur und Produzent Christian Frosch („Weiße Lilien“) im vergangenen Jahr: „Es geht bei diesem Film um einen Spagat der großen Gefühle“. Je tiefer er in die Materie der „geschlossenen Heimerziehung“ eingetaucht sei, desto mehr sei das Gefühl der Wut von Trauer überlagert worden. „Trauer über die geraubten Jahre! Trauer über so viele zerstörte Leben!“

Nicht zuletzt dank des ZDF-Films „Und alle haben geschwiegen“ (mit Senta Berger und Matthias Habich) nach dem Buch des „Spiegel“-Autors Peter Wensierski weiß man, was Kinder und Jugendliche in jener Zeit in Heimen erleiden mussten. Doch Martin und Ruby, die Musik liebt und deren Vorbild Grace Slick von der Rock-Band „Jefferson Airplane“ ist, wollen ihre Liebe retten und sich nicht unterkriegen lassen. Regisseur Frosch will aber auch die Flower-Power-Zeit der 60er Jahre kontrastieren mit den rigiden Methoden der damaligen Heimerziehung.

Bekannte Namen stehen auf der Besetzungsliste: Allen voran der großartige Ben Becker, der Rubys strengen, sehr katholischen Vater spielt. Außerdem sind Thorsten Merten mit von der Partie (Elementarteilchen, Stauffenberg) und Ernie Mangold (Anonyma). Ruby wird von der Studentin Victoria Schulz (24) gespielt und Martin von Anton Spieker, der seit 2009 in Potsdam Schauspiel studiert. Bei de kommen zu der Premiere nach Oldenburg. Noch offen ist, ob auch Ben Becker nach Oldenburg kommt.

Karten für die Eröffnungs­gala des Filmfestes in der EWE-Arena gibt es unter anderem unter Tel. 36161366.


  www.filmfest-oldenburg.de 

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Sabine Schicke

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