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„Das Laufen ist ein    ehrlicher Sport“

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  Porträt:
„Das Laufen ist ein    ehrlicher Sport“

Oldenburg Wenn Triathlet Tammo König an diesem Sonntag zum elften Mal bei der Sandkruger Schleife an den Start geht, gehört er einmal mehr zum engeren Favoritenkreis. Dreimal entschied er den traditionellen Neujahrslauf über 13 Kilometer in den vergangenen fünf Jahren für sich. Unvergessen ist sicherlich insbesondere das Kräftemessen im Jahr 2012, als er Hand in Hand mit Trainingspartner Georg Diettrich die Ziellinie überquerte und seinen dritten Triumph in Folge verbuchte.

Infos zur SCHLEIFE

Startzeiten am Sonntag 9.15 Uhr: 5-Kilometer-Lauf sowie 5-Kilometer-Walking/-Nordic-Walking. 10.15 Uhr: 13-Kilometer-Neujahrslauf. 10.30 Uhr: 1-Kilometer-Kinderlauf.

Start/Ziel Schultredde.

Strecken Die 13-Kilometer-Strecke ist ein Rundkurs mit Wald- und Asphalt­wegen. Das Strecken­­profil ist im Wald leicht wellig, an­son­sten flach und eben. Die 5-Kilometer-Strecke führt in einer Runde durch den Wald, der Kinderlauf über eine kleine Runde durch den Wald.

Nachmeldung Nur noch für den Kinderlauf möglich, da wie gewohnt für die Hauptläufe das Teilnehmerlimit von 1500 Startern frühzeitig erreicht wurde.

Startnummernabholung Am Sonnabend von 11 bis 13 Uhr sowie am Sonntag vor den Läufen ab 7. 30 Uhr in der Sporthalle an der Schultredde.

„Eine sehr schöne Aktion gemeinsam mit Georg“, erinnert sich der jetzt 38-Jährige und denkt ebenso gerne an seinen ersten Sieg zwei Jahre zuvor. „Das war ein schönes Rennen bei 10 bis 15 Zentimetern Neuschnee – und ich vorneweg“, erzählt König und ergänzt: „Ich musste mir erst einmal einen Weg durch den Schnee bahnen – das war richtig spektakulär.“

Seine ersten Laufsporterlebnisse sammelte der kleine Tammo bereits in den 1980er-Jahren, als er seine Eltern zum Laufen begleitete. Bevor er sich aber intensiver mit dem Laufsport und später dem Triathlon beschäftigen sollte, ging König zunächst einmal andere sportliche Wege.

Kurze Handball-Karriere

So spielte er unter anderem bis zu seinem 14. Lebensjahr in Petersfehn Handball. „Da habe ich gemerkt, dass ich eher ein Individualsportler bin. Wenn die anderen bei einem Rückstand schon aufgegeben hatten, habe ich immer noch alles versucht und mich darüber geärgert, dass die anderen es nicht gemacht haben“, blickt König zurück.

„Das Laufen ist wie Triathlon ein ehrlicher Sport“, meint der vielseitige Athlet. „Man kann sich nicht bescheißen – man bekommt das raus, was man eingezahlt hat“, ist er sich mit Trainingspartner Diettrich einig.

Surfen mit Amelie Lux

Gemeinsam mit der späteren Olympia-Silbermedaillengewinnerin Amelie Lux lernte König in seiner Jugend das Surfen und das Segeln. Anders als die gleichaltrige Kameradin, die ihre sportliche Karriere auf dem Wasser fortsetzte, wechselte er ins Wasser. Er wurde Schwimmer.

„Ich gehörte allerdings nie zu den Schnellsten – anders als beim Laufen. Im Trainingslager der Schwimmer habe ich dann gemerkt, dass mir das Laufen mehr liegt“, sagt das Ausdauer-Ass, das als 13-Jähriger 1990 erstmals am traditionellen Oldenburger Citylauf teilnahm, der inzwischen seit einigen Jahren Teil des Oldenburg Marathons ist.

„Seitdem habe ich versucht, jedes Jahr dabei zu sein. Als ich 1993 dann dort die 5 Kilometer in 17:10 Minuten gelaufen bin, sagte mir ein Leichtathletiktrainer, dass ich mit dieser Zeit auch bei Meisterschaften in meiner Altersklasse ganz weit vorn dabei sein würde“, erzählt König und ergänzt: „So bin ich dann zum TuS Ofen gekommen, wo ich mich auch im Mehrkampf probiert habe. Im Winter haben wir dort immer viel Basketball gespielt.“ Noch heute gehört der Ofener Herbstlauf, wo er 1993 erstmals startete, zu seinen Lieblingsläufen.

Als 19-Jähriger entdeckte König den Triathlonsport für sich und ist ihm bis heute beim 1. TCO „Die Bären“ treu geblieben. 2009 und 2010 feierte er seine größten Erfolge. Zunächst vor sieben Jahren als Deutscher Amateurmeister, im Jahr darauf bei der Ironman-EM in Frankfurt am Main als 27. der Gesamtwertung und Viertplatzierter der M-30-Klasse.

Sein starker EM-Auftritt brachte ihm die Qualifikation für die WM auf Hawaii. Das Ticket für das Spektakel auf der Pazifik-Insel löste er im Oktober 2010 ein, unterbot wie erhofft die Zehn-Stunden-Marke (9:31:59) und belegte Rang 173. Die eindrucksvollen Leistungen wurden mit der Wahl zum Oldenburger Sportler des Jahres 2010 belohnt.

Über die 10 Kilometer läuft König seit 2003 konstant jedes Jahr 32er-Zeiten. „Nur 2009 ist mir mal ein Ausrutscher unterlaufen. Da bin ich einmal eine 31er-Zeit gelaufen“, erzählt er schmunzelnd.

Bei der sportlichen Vita ist es kaum verwunderlich, dass er nach dem Abitur ein Sportstudium begann. „Nach dem Vordiplom im Sportmanagement habe ich mich dann aber entschieden, mit BWL weiterzumachen, weil das doch eher meinen beruflichen Vorstellungen entsprach“, erzählt der zweifache Familienvater. Seit dem vergangenen August ist er für Derby-Cycle tätig. Durch den Job bei dem Fahrradhersteller in Cloppenburg hat er nun also auch beruflich mit einem seiner Sportinstrumente zu tun.

Sport, Familie und Beruf

Das Rennrad nutzt er auch für die rund 35 Kilometer lange Strecke zur Arbeit. „Effektiver geht es kaum. So ist mein Arbeitsweg gleich eine Trainingseinheit. Und in der Mittagspause trainiere ich dann ab und zu mit Andreas Kuhlen auf seiner alten Hausstrecke“, erzählt König, der so Sport, Familie und Beruf gut unter einen Hut bekommt.

Aktuell hindern ihn die winterlichen Verhältnisse daran, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Bei der Sandkruger Schleife wäre der Schnee am Sonntag sicher kein Problem – das hat König schließlich schon 2010 bei seinem ersten Triumph bewiesen.

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