Schachklub Union:
Erfahrener Stratege prägt Senioren-Schach

87-Jähriger erhält Ehrenurkunde – Schon 50 Siegerpokale in der Vitrine

Seit 65 Jahren ist Friedhelm Weller Mitglied im Deutschen Schachbund. Dafür wurde er nun ausgezeichnet.

Kreyenbrück Immer den übernächsten Zug vorausplanen: Das ist und bleibt die Devise von Friedhelm Weller. Der 87-Jährige hat das Schachspiel für Senioren in Oldenburg maßgeblich mitgeprägt. Seit 65 Jahren ist er Mitglied im Deutschen Schachbund (DSB). Und dafür wurde Weller beim jüngsten Spieleabend des Schachklubs Union Oldenburg besonders geehrt.

Buchhalter hat Weller einst gelernt, das Schachspiel erlernte er in der Kriegsgefangenschaft in Schottland – und es wurde seine Leidenschaft. Als Friedhelm Weller zurück in der Heimat (Nordrhein-Westfalen) war, trat er am 2. Juli 1948 dem Schachverein Hattingen bei. Diesem Verein und dem Schachverein Welper blieb er als Spieler, Vorsitzender und Geschäftsführer treu, bis ihn sein Weg 1987 nach Oldenburg und zum Schachklub Union Oldenburg führte. Auch hier erwies er sich als lenkender Geist.

In den 90er Jahren war Weller sieben Jahre 1. Vorsitzender, Geschäftsführer und Pressewart. 1991 rief er die Offene Oldenburger Schach-Stadtmeisterschaft für Senioren ins Leben. Bei 23 Austragungen wurde er achtmal Meister, so herausragend ist seine Strategie, so glänzend sind seine Einfälle. In seiner Vitrine stehen an die 50 Siegerpokale.

Dort ruht auch die goldene Ehrennadel vom Landessportbund Niedersachsen, die ihm „in Würdigung hervorragender Verdienste um die Förderung des Sports und in Anerkennung unermüdlichen Eintretens für seine Ziele“ 2006 verliehen wurde. Die Stadt Oldenburg verdankte ihm 1995 ein Großereignis: 260 Teilnehmer aus Deutschland, Europa und Übersee spielten unter Wellers Leitung eine Woche lang in der Weser-Ems-Halle um die Offene Deutsche Senioren-Schach-Einzelmeisterschaft.

Und nun wurde er erneut ausgezeichnet. DSB-Vizepräsident Michael Woltmann, der herzlich vom 1. Vorsitzenden des Schachklubs Union, Jürgen Wempe, begrüßt wurde, überreichte dem 87-Jährigen die Ehrenurkunde des DSB und schenkte ihm außerdem „Bremer Schokolade“: „Damit revanchiere ich mich dafür, dass die Oldenburger sich den Pinkel von uns Bremern organisiert haben.“

Gerührt und unter dem Beifall seiner Schachfreunde versprach Weller er werde der Faszination des Schachspiels weiter erliegen. Mit Michael Woltmann spielte er anschließend eine Schachpartie, bei der beide Spieler gutes Niveau zeigten. Wer Weller spielen sehen oder mit ihm spielen will, kann das jeden Freitag ab 15 Uhr im Hotel Heinemann, Klingenbergstraße 51 tun, oder im Online-Schachportal, wo „friedelino“ Weller seit 2006 zwei Drittel seiner 21000 Partien mit Sieg oder Remis beendete.


     www.schacharena.de 

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30.07.2013
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