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NWZonline {{SHARING.setTitle("Inspektion am hängenden Seil")}}

St.-Peter-Kirche:
Inspektion am hängenden Seil

Oldenburg Über 50 Meter ragt die Turmspitze der St.-Peter-Kirche gen Himmel. Die Sonne strahlt auf das Gemäuer des neugotischen Baus aus dem 19. Jahrhundert. Nur die Baustelle für das neue Forum St. Peter trübt die Idylle.

Bauzustand überprüft

Das Kirchengelände ist umringt von Absperrzäunen. Bagger und Rammen verursachen Lärm und Erschütterungen. Inmitten des Baustellengetümmels hängt ein Mann mit Helm, gesichert durch Seile, an der Südseite des Kirchturms. Unten steht ein Kollege und gibt Anweisungen. Der Mann an den Seilen ist Sven Rathjen, Geländeinspektor beim Monumentendienst. Im Wechsel mit seinen Kollegen Michael Zenker und Daniel Pinkert überprüft er den Zustand der Kirchturmfassade.

Die Arbeitsweise

Den Monumentendienst gibt es seit 2004. Er ist ein Projekt der Stiftung Kulturschatz Bauernhof, einer Stiftung bürgerlichen Rechts, hinter der bei der Gründung zwölf Unternehmen aus Nordwest-Deutschland als Stifter standen. Dort sind zurzeit zwölf Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt.

Der Sitz ist in Cloppenburg an der Bether Straße 6. Projektleiterin ist Kerstin Stölken.

Hauptaufgabe ist die Baubestandsaufnahme von Gebäuden. Weitere Informationen über den Monumentendienst gibt es im Internet unter

    www.monumentendienst.de/
     www.monumentendienst.de/ 

„Wir suchen am Gebäude nach Rissen, Wasserschäden und Rost. Weil der Turm so hoch ist, können wir dafür keinen Steiger einsetzen, daher bleibt nur das Klettern übrig“, erklärt Pinkert. Für Höhenangst ist da kein Platz. Auf einem Balkon, angrenzend an den Glockenturm, fast 50 Meter über dem Boden steht Michael Zenker. Er kontrolliert den Halt der Seile, während Rathjen die Südseite der Turmfassade inspiziert.

Den Weg zum Glockenturm bahnen eine enge Wendeltreppe und eine alte Holzleiter. Im Inneren des Turms stützen massive Stahl- und Holzträger die schwere Glockenkonstruktion an der Decke. Einer der Trägerbalken dient als Befestigung für die Seile. „Das sind halbstatische Seile, die sich bei Bedarf dehnen. Wir benutzen immer zwei davon, ein Arbeitsseil und ein Sicherungsseil“, sagt Zenker und zeigt auf die stabile Konstruktion aus Achterknoten, Karabinerhaken und Seilschutzvorrichtungen. „Pro Turmseite brauchen wir etwa eine Stunde. Am längsten dauert das Anbringen und die Kontrolle der Seile“, so Zenker. Jetzt winkt jedoch der Feierabend. Zenker verstaut Seile und Karabiner in den Rucksäcken.

Keine großen Schäden

Der erste Eindruck vom Bauzustand ist gut. „Wir haben zwar einige Schäden festgestellt aber keiner davon ist gravierend“, sagt Daniel Pinkert. Ein genauer Baubestandsbericht soll in den nächsten Tagen verfügbar sein.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-stadt 
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