Sportlerwahl:
Starke Talente finden das richtige Rezept

Kathrin Walter, Nora Dirks und Jeltje Thal leben Traum von internationalen Auftritten

Ruderin Nora Dirks verpasste bei der Junioren-WM in Rio nur knapp Bronze. Auch Leichtathletin Kathrin Walter und Sportakrobatin Jeltje Thal trumpften 2015 auf.

Oldenburg Um sich beruflich zu orientieren, schnuppert Kathrin Walter gerade in einem Schulpraktikum Apotheken-Luft. Sportlich hat die BTB-Leichtathletin im vergangenen Jahr einmal mehr selbst das richtige Rezept gefunden. Mit starken Leistungen hat sie sich wie OTB-Sportakrobatin Jeltje Thal und Ruderin Nora Dirks (ORVO) die Nominierung für die Sportlerwahl verdient.

Kathrin Walter

Ihrem großen Ziel, vielleicht einmal in die Fußstapfen ihres Vorbildes, der deutschen Spitzen-Mehrkämpferin Carolin Schäfer (Junioren-Weltmeisterin von 2008), treten zu können, ist Kathrin Walter im vergangenen Jahr ein Stück näher gekommen. Die Parade-Hochspringerin, die 2015 in dieser Disziplin bei ihrem Hallen-Landestitel ihre Bestleistung von 1,71 Metern bestätigte und später auch unter freiem Himmel die Titel auf niedersächsischer wie norddeutscher Ebene abräumte, hat sich mehr und mehr zu einer ganz starken Mehrkämpferin entwickelt.

Lohn für die Trainingsanstrengungen waren nicht nur der Landestitel im Block Sprint/Sprung sowie Silbermedaillen bei den Landesmeisterschaften im Vier- und Siebenkampf, sondern auch die Aufnahme in den Mehrkampf-Landeskader. Zudem gelang der 16-Jährigen, die seit 2005 der Leichtathletik treu geblieben ist, aber auch Erfahrungen im Turnen und Fußball gesammelt hat, die erhoffte Qualifikation für die Siebenkampf-DM.

Nachdem sie ein Jahr zuvor Dritte der W-14-Klasse geworden war, verfehlte die ehrgeizige BTBerin ihr eigenes Ziel auf nationaler Ebene. Bei der Siebenkampf-DM musste sich Walter in der W-15-Klasse mit Platz zwölf zufrieden geben, im Hochsprung reichte es zu Rang sechs. Doch Rückschläge gehören auf dem Weg an die Spitze dazu. Der Traum, sich „wenn möglich auch bei internationalen Wettkämpfen“ messen zu dürfen, lebt.

Nora Dirks

Von der Welt hat Nora Dirks schon eine Menge gesehen. Das verdankt sie, nicht nur, aber auch, ihrer Sportart. Im August 2015 startete das große Ruder-Talent mit ihrer Bremer Partnerin Paulina Düchting bei der Junioren-WM in Rio de Janeiro. „Als klar war, dass wir dort fahren dürfen, war der Erfolg schon unübertreffbar“, erzählt die 18-Jährige: „Ein riesengroßes Ereignis, das mich sehr stolz gemacht hat.“ Im Finale im Zweier ohne verpasste das Duo am Zuckerhut auf der Olympia-Bahn von 2016 nur knapp die Bronzemedaille. „Das war der Höhepunkt der Saison“, blickt Nora zufrieden zurück.

Kurz zuvor hatte sie die Schule mit dem Abitur abgeschlossen und sich nach der Weltmeisterschaft gleich wieder ins Flugzeug gesetzt. Sri Lanka war dieses Mal das Ziel, wo die junge Oldenburgerin ein viermonatiges Praktikum in einem Kinderheim absolvierte. Derzeit schaut sich die 18-Jährige Australien an.

Wie es sportlich weitergeht, ist noch unklar. „Da ich mittlerweile seit fünf Monaten im Ausland bin und trainiere, habe ich mir selbst die Möglichkeit genommen, in diesem Jahr große Erfolge zu erzielen“, räumt die ORVO-Athletin ein, die als Zehnjährige mit dem Rudern angefangen hat. Aber dafür hat sie in den vergangenen Monaten zwischen Rio und Australien eine Menge gesehen und erlebt.

Jeltje Thal

Viel rumgekommen ist auch Jeltje Thal mit den Sportakrobatinnen des OTB. Mit der „New Power Generation“ holte sie unter anderem schon 2013 eine Goldmedaille bei den Show-Weltmeisterschaften im südafrikanischen Kapstadt. Auch beim „Feuerwerk der Turnkunst“ sowie Fernseh-Formaten wie dem „Supertalent“ und „Got to dance“ oder den „Superkids“, wo es 2015 zum Einzug ins Halbfinale reichte, war sie mit ihrem Team schon zu sehen.

Ihre Trainer Christiane und Manuel Karczmarzyk attestieren Jeltje, die im vergangenen Jahr bei den Meisterschaften auf niedersächsischer wie nordwestdeutscher Ebene die Titel in der Disziplin Podest abräumte, „eine sprunghafte Leistungssteigerung durch ihren unbändigen Trainingsfleiß und Ehrgeiz“.

Nach der Berufung in den Landeskader 2015/2016 hofft die 13-Jährige, die mit Larissa und Luisa Stuntebeck eine starke Damengruppe bildet, auf den Sprung in den Bundeskader. Auch sie fiebert weiteren internationalen Bewährungsproben entgegen: „Mein Traum ist die Teilnahme an der Sportakrobatik-EM im Jahr 2017.“

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Jan-Karsten zur Brügge

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