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 Neue Adresse für Jüdische Gemeinde

Teil der Wilhelmstraße in Leo-Trepp-Straße umbenannt – 150 Gäste

Verwandte und Freunde Trepps waren aus den USA angereist. Die Redner erinnerten an die Lebensleistung des Oldenburger Ehrenbürgers.

Oldenburg Auf den ersten Blick sind es nur zwei neue Straßenschilder. Doch sie stehen für so viel mehr: Am Sonntag wurde ein Teil der Wilhelmstraße zwischen Marien- und Katharinenstraße in Leo-Trepp-Straße umbenannt. Die Stadt würdigt damit ihren Ehrenbürger und früheren Landesrabbiner Leo Trepp, der an diesem Montag 100 Jahre alt geworden wäre. Am Festakt im PFL nahmen rund 150 Gäste teil.

„Wer Leo Trepp kennengelernt hat, weiß, dass Oldenburg ohne ihn ein anderes wäre“, sagte Oberbürgermeister Gerd Schwandner in seinem Grußwort. Bei den wenigen Treffen mit Trepp habe ihn dessen klare Meinung überzeugt, die dieser gerne mit feinem Humor und ironischem Unterton verbunden habe.

Der Straßenname ordne nun das Ensemble um Synagoge und Leo-Trepp-Lehrhaus demjenigen zu, der es geprägt habe. „Die neue Adresse der jüdischen Gemeinde wird die Erinnerung in alle Welt tragen.“ Die Umbenennung steht laut Schwandner zudem für den Stolz der Stadt auf die Jüdische Gemeinde und die Integrationskraft, die von ihr ausgeht.

Dafür stand schon die Zusammensetzung der Gäste. Mandatsträger aller Parteien wohnten dem Festakt ebenso bei, wie Vertreter christlicher und islamischer Gemeinden. Aus den USA waren zahlreiche Verwandte und Freunde des 2010 verstorbenen Leo Trepp angereist, darunter seine Witwe Gunda Trepp.

Für die Jüdische Gemeinde Oldenburg bedankte sich der Vorsitzende Jehuda Wältermann für den Beschluss zur Umbenennung. „Dies schafft ein Andenken, das die Menschen auf dem Weg zur Synagoge und zum PFL an Leo Trepp erinnern wird.“

Niedersachsens Landesrabbiner Jonah Sievers zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Gemeinde nicht nur durch den neuen Straßennamen dem Andenken Leo Trepps verpflichtet fühlt, „einem Rabbiner, in dessen Leben sich das Schicksal des 20. Jahrhunderts bündelte“.

Einen Blick zurück in dieses bewegte Leben präsentierte Johannes Gerster vom Kuratorium der Israelstiftung in Deutschland. „Leo Trepp war Brückenbauer.“ Obwohl er selbst viele Menschen um sich herum durch Verfolgung verloren hatte, habe er Aussöhnung und Vergebung statt Hass und Bitterkeit gepredigt. Kein Wunder, dass sich Gerster scherzhaft darüber beschwerte, dass Oldenburg seiner und Trepps Geburtsstadt Mainz mit einer Leo-Trepp-Straße zuvorgekommen ist. Der dortige Oberbürgermeister habe allerdings bereits Bereitschaft für eine Umbenennung signalisiert. „Da lassen wir den OB nun nicht mehr raus“, versprach Gerster.

Einen Vortrag über „Jüdische Widerstandskraft im Zivilen“, hielt Professor Michael Daxner, früherer Präsident der Uni Oldenburg. Er lobte Trepps Zivilcourage und Beiträge zur deutschen Kultur. „Er hat geholfen, die unsägliche Trennung zwischen Deutschen und Juden transparent und aufhebbar zu machen.“


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