Integration:
Bunte Demo gegen Rassismus

1500 Teilnehmer ziehen durch Stadt   –                                 Keine Zwischenfälle

Rat und Verwaltung der Stadt waren schwach vertreten. Die Demo richtete sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Flüchtlingshetze.

Oldenburg Von der Autonomen Szene aus dem Aktions- und Kommunikationszentrum Alhambra bis hin zur CDU: Ein breites Bündnis hat am Sonnabend am Internationalen Tag gegen Rassismus und für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausgrenzung demonstriert. Auf dem Zug der rund 1500 Teilnehmer (mit auffällig wenigen Vertretern aus Rat und Stadtverwaltung) vom Bahnhof über Pferdemarkt und Heiligengeistwall zum Schlossplatz kam es zu keinen Zwischenfällen.

Wachsam bleiben

Bereits im Februar hatte ein breites Bündnis verschiedener Parteien und Gruppen gegen Fremdenhass demonstriert. Vergangene Woche waren bei einer Anti-Olgida-Veranstaltung rund 500 Menschen auf den Beinen. „Das Problem des Rassismus’ wird nicht von heute auf morgen gelöst. Wenn wir nicht aufpassen, wird es aber weiter wachsen“, betonte Heinz Bührmann bei der Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz. Bührmann ist Kreisverbandsvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Oldenburg, die die Demonstration organisiert hatte.

Das Wort Rassismus sei die Fortschreibung eines Irrtums, weil es keine Rasse gebe, und alle Menschen gleich seien. Das Wort Flüchtling klinge verharmlosend. „‚Linge‘ bezeichnen etwas Niedliches. ,Menschen auf der Flucht’ ist ein besserer Begriff“, so Bührmann weiter.

Niemand verlasse seine Freunde und kulturelle Umgebung freiwillig. Den Opfern des Krieges dürfe die deutsche Gesellschaft nicht mit Neid und Hass gegenübertreten.

Das Boot sei im übrigen noch lange nicht voll, merkte der GEW-Vorsitzende mit Blick auf den Libanon an, wo sich vier Millionen Libanesen um eine Million „Menschen auf der Flucht“ kümmerten.

Für Grundwerte eintreten

Eine Spaltung nach Herkunftsland, Religion, Hautfarbe, Geschlecht oder politischer Überzeugung dürfe es nicht geben, hatte es in dem Demonstrationsaufruf geheißen. Die Demokraten sollten für die Werte der Verfassung und Gesellschaft eintreten.

Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk betonte, Rassismus sei kein Randthema von Rechtsradikalen, sondern komme in einem „gutbürgerlichen Mantel“ daher. Dabei habe jeder ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe. In anderen Menschen müsse das Gute und nicht das Störende gesucht werden. Die Evangelische Kirche lehne das Recht des Stärkeren und der Gewalt ab. Zudem dürften Menschen nicht nach ihrem wirtschaftlichen Wert beurteilt werden.

Cyrille Lobe Ndoumbe vom Verein Integration rief seinerseits die Migranten dazu auf, sich aktiv in Bürgervereinen und Parteien zu engagieren und gemeinsam Projekte, Seminare und Veranstaltungen zu organisieren. Das Thema „Rassismus und Rechtsextremismus“ müsse in den Stadtteilzentren, Jugendeinrichtungen und Schulen angesprochen werden.

Willkommenskultur müsse in eine Asylpolitik umgesetzt werden, die Zugang zu Bildung, Wohnungen und Teilhabe schaffe. Zuwanderung sei eine Bereicherung der Gesellschaft. Der Feind der Integration sei die Isolation. Zwar sei Oldenburg eine offene, tolerante und bunte Stadt, doch trete auch hier Rassismus und Ausgrenzung auf.


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