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Oldenburgerin Esther Filly Im Nordirak:
Sängerin sorgt im Feldlager für Stimmung

Oldenburg Die Fahrt vom internationalen Flughafen in Erbil, der Hauptstadt im kurdischen Teil des Irak, bis zum Camp des Bundeswehr-Kontingents ist kurz. Doch die wenigen Minuten im gepanzerten Fahrzeug reichen, um für Esther Filly die Angst vor Anschlägen greifbar zu machen. Als sich ihr am Straßenrand Kinderhände entgegenstrecken, hätte sie am liebsten die Fensterscheibe geöffnet und ein Stofftier hinausgereicht. Doch das ist hier, 40 Kilometer vom Einflussbereich der Terrormilizen des Islamischen Staates (IS) entfernt, undenkbar. „Bloß nicht anhalten, nur nicht auffallen“, lautet die Devise. „Man denkt, es kann an jeder Ecke knallen“, sagt die Oldenburger Sängerin.

Die Dschihadisten stehen nur eineinhalb Autostunden entfernt in Mossul, der zweitgrößten irakischen Stadt. Und doch hat Esther Filly nicht gezögert, als die Einsatzbetreuungsorganisation OASE, eine gemeinsame Initiative von Evangelischer und Katholischer Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung, bei ihr anfragte, ob sie bereit sei, als erste Künstlerin überhaupt in das nordirakische Feldlager der Bundeswehr zu reisen und ein Konzert zu geben.

Wie ein Familienbesuch

Filly kennt diese Herausforderungen schon: Nachts um 2 Uhr aufstehen, durch überfüllte Flughäfen hetzen, in gepanzerten Fahrzeugen durch Krisengebiete fahren, kaum schlafen – in den vergangenen Jahren ist die Entertainerin bereits zweimal in Afghanistan und einmal im Kosovo vor deutschen Soldaten aufgetreten. „Für mich ist das ein Gefühl, als würde man einen Teil seiner Familie besuchen“, schildert Filly ihre Motivation, ohne Gage aufzutreten.

Seit Anfang 2015 beteiligt sich die Bundeswehr an der Ausbildung der Peschmerga-Kämpfer der autonomen Region Kurdistan und der irakischen Streitkräfte, damit sie dem Islamischen Staat (IS) die Stirn bieten können. „Die Männer und Frauen der Bundeswehr leisten Großartiges“, sagt Esther Filly nach ihrem Besuch im Feldlager Erbil. „Unter vielen Entbehrungen und Gefahren sind sie für uns alle im Einsatz. Ich möchte ihnen mit meiner Musik und meinem Live-Konzert etwas zurückgeben.“

Zusammen mit ihrem Keyboarder und Ehemann Marius Fabritius bot sie den rund 100 Soldaten eine unvergessliche Bühnenshow mit Elementen aus Soul, Elektro, Blues, Rock und Jazz. Oberst Bernd Prill, Kontingentführer im Nordirak, war vor allem von der kraftvollen Stimme der Sängerin begeistert: „Wenn Esther Filly auf die Bühne kommt, erlebt man schon einen Wow-Effekt. Wenn sie dann anfängt zu singen, traut man seinen Ohren kaum.“ Im Verlauf der Show in der speziell für das Konzert umgerüsteten Fahrzeughalle trat Filly auch als Amy-Winehouse-Double auf – mit großem Erfolg. Zum Lied „To know him, is to love him“ bildeten die Soldatinnen und Soldaten einen großen Kreis um die Sängerin, schunkelten und sangen gemeinsam.

Weitere Anfragen

Dass Powerfrau Filly künstlerisch und persönlich einen bleibenden Eindruck bei den Soldaten im Feldlager Erbil hinterlassen hat, zeigte sich auch am Tag nach dem Konzert. Immer wieder wurde sie auf das von ihr selbst geschriebene Lied „You are there“ angesprochen. „Dieser Song ist aus der Sicht eines Menschen geschrieben, der einem anderen Danke sagt, weil dieser Andere immer für einen da ist und auf einen aufpasst“, erläutert Filly die gefühlvolle Eigenkomposition. Diese widmete sie bei ihrem Konzert den Soldatinnen und Soldaten in Erbil. „Danke, dass Ihr Euch für eine bessere Welt einsetzt“, lautete ihre persönliche Botschaft.

Ihre friedliche Musik-Mission will sie fortsetzen, trotz gelegentlicher Anfeindungen im Internet als „Landser-Braut“. Die Einsatzbetreuung prüft Anfragen für eine Oster-Konzertreise im Kosovo, im Sommer nächsten Jahres könnte Mali für Filly auf dem Programm stehen. Auch eine Einladung für ein weiteres Konzert im Nordirak liegt bereits vor – Esther Fillys neu gewonnene Fans in Erbil würden sich freuen.

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