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NWZonline {{SHARING.setTitle("Schulterschluss gegen Ausländerhass")}}

Demonstration:
Schulterschluss gegen Ausländerhass

Oldenburg Mit einem beeindruckenden Schulterschluss zahlreicher Gruppen und Organisationen hat Oldenburg am Sonnabend gegen Ausgrenzung und für eine solidarische Gesellschaft demonstriert. Neben der Gewerkschaft GEW, die zu den Hauptinitiatoren zählte, hatten sich zahlreiche Parteien, die beiden großen christlichen Kirchen sowie Verbände und Organisationen von der Jüdischen Gemeinde über den Lust e.V. bis zu VfB-Fanclubs dem Aufruf angeschlossen.

GEW-Vorsitzender Heinz Bührmann dankte ausdrücklich dem Autonomen Zentrum Alhambra. „Ohne diese Unterstützung wären wir heute nicht so zahlreich“, rief der GEW-Chef zum Auftakt der Protestveranstaltung am Hauptbahnhof. Bührmann warnte davor, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus nach den Problemen und Auflösungserscheinungen innerhalb der Pegida-Bewegung zu unterschätzen. „Pegida ist vielleicht am Ende, aber das Gedankengut weiter verbreitet“, sagte Bührmann am Rand der Demonstration.

„Das ist ein starkes Signal für Offenheit und Toleranz“, betonte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann zum Auftakt. Oldenburg sei schon immer eine Willkommensstadt, „nach dem Krieg und auch danach“. Offenheit liege „in der DNA der Stadt“. Es gebe keinen Platz für religiöse Intoleranz, Islamophobie und Judenfeindlichkeit. „Ich bin stolz auf diese Stadt.“

„Einige wenige“ sähen das anders und würden „nachts mit Spraydosen durch die Stadt schleichen“, sagte Krogmann in Anspielung auf Hakenkreuz-Schmierereien auf dem jüdischen Friedhof an der Dedestraße. „Wir werden alles tun, um die Täter zu bestrafen. Sie sollen aber auch wissen: Wir sind Oldenburg, nicht die Schmierer.“

Friedliches Miteinander

Telim Tolan, Vorsitzender des Zentralrats der Jesiden in Deutschland, betonte, Oldenburg sei bunt. „Vertreter aller Religionen egal ob es Christen, Moslems, Aleviten, Bahais, Juden, Sikhs, Hindus, Buddhisten oder Jesiden sind: Wir leben friedlich zusammen in dieser Stadt, die unser aller Heimat ist. Und wir lassen uns diese Gemeinschaft nicht kaputt machen.“ Tolan erinnerte an Brandsätze gegen Moscheen, Grabschändungen am jüdischen Friedhof sowie Hakenkreuze auf christlichen Gräbern und am jesidischen Gemeindehaus.

Weitere Beiträge kamen unter anderem von Constanze Schnepf von der Integrationsstelle Ibis, Dorothee Jürgensen (Deutscher Gewerkschaftsbund) und Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann von der evangelischen Kirche.

Verlauf fast störungsfrei

Zu einer kleineren Störung kam es, als sich ein polizeibekannter Mann dem Alhambra-Block in den Weg stellte. Insgesamt verlief die Veranstaltung aber ohne Zwischenfälle. Die Polizei gab die Teilnehmerzahl mit 2300 an.

An diesem Mittwoch ziehen die Organisatoren bei einem Nachtreffen Bilanz. „Wir überlegen, wie es weitergeht“, kündigte Henning Schröder für das Orga-Team am Sonntag an. „Wir wollen den Schwung weitertragen.“


Bilder unter   www.nzwonline.de/fotos-oldenburg 
Videobeitrag unter   www.nwzplay.de 
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