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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Verurteilung nach Farbanschlag

28.11.2012
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T21:42:17Z

Kriminalität:
Verurteilung nach Farbanschlag

Oldenburg Ein Jahr nach dem Farbanschlag auf den jüdischen Friedhof in Osternburg ist ein erster Täter verurteilt worden. Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht zeigte sich überzeugt von der Schuld eines 21-Jährigen aus Hude. Vorgeworfen worden war ihm Störung der Totenruhe und Körperverletzung. Der Richter verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Das bestätigte das Amtsgericht am Dienstag auf Anfrage.

Neben dem geständigen 21-Jährigen musste sich auch ein 23-jähriger Oldenburger vor Gericht verantworten. Der zweite Angeklagte, so ein Gerichtssprecher, habe die Tat bestritten.

Eine Beteiligung an dem Anschlag sei ihm nicht nachzuweisen gewesen. Gegen den Freispruch hat die Staatsanwaltschaft nach Angaben einer Sprecherin Berufung eingelegt.

Täter werfen Farbbeutel

Der Anschlag im November 2011 hatte für große Bestürzung in Oldenburg gesorgt (NWZ  berichtete). Einen Tag vor dem Totensonntag hatten fünf mit Sturmhauben maskierte Personen Farbbeutel auf den jüdischen Friedhof an der Dedestraße geworfen. Dadurch wurden sechs Grabsteine mit weißer Farbe beschmiert.

Ein Polizeibeamter, der privat unterwegs war, überraschte die zum Teil mit Springerstiefeln und Bomberjacken bekleideten Täter. Nachdem er sich als Polizist zu erkennen gegeben hatte, flüchteten die Maskierten. Vor der Freizeitstätte an der Kampstraße bekam der Polizist einen der Täter zu fassen. Der Unbekannte wehrte sich und sprühte dem Beamten Pfefferspray ins Gesicht. Letztlich entkamen die Täter unerkannt.

Die Jüdische Gemeinde zu Oldenburg vermutete, dass es sich bei dem Farbbeutel-Anschlag um einen gezielte Aktion handelte.

Waffen sichergestellt

Da die Polizei bei der Tat von einem rechtsextremistischen Hintergrund ausging, führte der Staatsschutz die Ermittlungen. Schnell gerieten fünf Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren in den Fokus der Ermittler. Es folgten Durchsuchungen. In den Wohnungen der fünf beschuldigten NPD-Mitglieder bzw. -Sympathisanten stellte die Polizei eine Dose mit Pfefferspray, Teleskop-Schlagstöcke, Sturmhauben und Messer sicher.

Wegen des Anschlags auf den jüdischen Friedhof wurden bislang nur zwei Männer aus der Gruppe angeklagt. Ob es noch weitere Anklagen geben könnte, blieb am Dienstag offen.