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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

„Wir wollen gute Nachbarn sein“

16.01.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-01-18T09:31:36Z 280 158

Demonstration:
„Wir wollen gute Nachbarn sein“

Oldenburg Die Übergriffe durch Flüchtlinge in Köln in der Silvesternacht haben nicht nur viele Deutsche alarmiert. Auch unter Flüchtlingen geht die Sorge um, die bislang tolerante Haltung in Deutschland könnte kippen. Nach Protestaktionen in Bremen, Hannover und anderen Städten gingen am Freitag in Oldenburg Flüchtlinge auf die Straße. Ihre Botschaft: Wir lehnen Gewalt ab, distanzieren uns von denjenigen unter uns, die andere missbrauchen und berauben.

Rund 450 Teilnehmer – darunter mehrere Ratsvertreter – zählte die Polizei beim Protestzug, der vom Bahnhof über die Wälle zum Schlossplatz führte. „Alles verlief friedlich, keine Zwischenfälle“, meldete die Polizei.

Stefanie Riepe, die bei Ibis Deutschkurse für Flüchtlinge gibt, hatte Zeitungsberichte von den Gewalttaten in Köln ins Arabische übersetzt. „Meine Schüler waren geschockt – sie konnten gar nicht glauben, was da passiert.“ Köln und die Übergriffe in Oldenburg seien mit ein Grund, auf die Straße zu gehen. „Wenn meine Schüler vom Bus zum Unterricht kommen, erleben sie, dass ihnen die Menschen ausweichen – die verstanden das gar nicht“, berichtet Riepe. „Sie sind betroffen davon, wie Deutsche sie sehen.“

Auf zahlreichen Plakaten machten die Flüchtlinge – darunter viele Ibis-Sprachschüler – ihre Position deutlich: „Wir wollen gute Nachbarn sein“, skandierte eine Gruppe junger Männer. „Nie wieder 31.12.15 Köln“ und „We love respect“ hieß es auf Transparenten. Dr. Mousa Mazidi, der den Protest zusammen mit Uwe Erbel und Ilyas Yanc (alle Ibis) organisiert hatte, übersetzte die deutschen Redebeiträge (unter anderem Rita Schilling von der Beratungsstelle „Wildwasser“) ins Arabische und Persische. Mazidi: „Wir sind selbst Opfer von Gewalt geworden. Wir verteidigen die Freiheitsrechte.“

Am Abend versammelten sich etwa 100 Personen auf dem Rathausmarkt. Sie wollten ein angeblich geplantes Treffen einer Bürgerwehr stören. Polizisten beobachteten die Versammlung. Aktivitäten einer Bürgerwehr waren bis Redaktionsschluss nicht zu erkennen.