16.06.2012

Energiewende
Umweltpolitiker ringen um Windpark

Rot/Schwarz stimmt Etzhorner Anlagen zu – Naturschützer rufen zu Umkehr auf

Besonders Wildgänse und Fledermäuse seien gefährdet. Die Grünen wollen Rotoren lieber in Gewerbegebieten sehen.
Thorsten Kuchta

OLDENBURG Das umstrittene Windparkprojekt in Etzhorn hat auch den Umweltausschuss mit den Stimmen von SPD und CDU/FW-BFO passiert. Wie im Bauausschuss stimmten Linke/Piraten und Grüne dagegen.

Die Debatte im Ausschuss war geprägt durch Appelle der Naturschutzverbände. Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems (BSH) kritisierte vor allem die Gefährdung von Gänsen und Fledermäusen durch die vier geplanten Rotoren. Die unverbaute Landschaft und der Erholungswert der Bornhorster Seen würden unwiderruflich geschädigt. Der Appell an die Politik: Man sollte zu dem Konsens zurückkehren, der seit 2009 gegolten habe: Dass es in der Stadt keinen geeigneten Standort für Windkraftanlagen gebe. SPD und CDU/FW-BFO blieben bei ihrem Standpunkt: Jeder müsse zum Klimaschutz beitragen, auch die Stadt.

Sebastian Beer (Grüne) forderte hingegen, die Stadt solle prüfen, ob man einzelne Windkraftanlagen in Gewerbegebieten aufstellen könne. Er sehe im Moment keinen großen Bedarf für Gewerbeflächen: „Die Nachfrage ist nicht da.“ Rotoren in Gewerbegebieten seien baurechtlich ausgeschlossen, sagte Baudezernentin Gabriele Nießen.

Herbert Schweers von der Bürgerinitiative gegen den Windpark in Etzhorn befürchtet, dass die Alleebäume der Butjadinger Straße unter den über 1000 Baulastwagen leiden würden.

Der Landkreis Ammerland sieht in der Planung der Stadt „schwere Mängel“. Eine Klage scheint möglich.

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