Stadtentwicklung:
Widerstand gegen neuen Wagenburg-Platz

Anwohner der Straße Unterm Berg lehnen Ansiedlung an Maastrichter Straße ab

Die Stadt will sich nächste Woche mit den Bauwagen-Bewohnern abstimmen. Danach berät die Politik im Ausschuss über den Umzug.

Oldenburg Die Entscheidung über die Umsiedlung der Wagenburg zur Maastrichter Straße ist zwar noch nicht gefallen. In der benachbarten Straße Unterm Berg formiert sich aber bereits Widerstand. Anwohner haben sich in einem Schreiben an Stadtbaurätin Gabriele Nießen vehement gegen das Vorhaben ausgesprochen. „Mit allen Mitteln wollen wir verhindern, dass die Wagenburg an die Maastrichter Straße zieht“, sagte Fritz Frerking, Anwohner der Straße Unterm Berg, am Freitag der NWZ .

Seit etwa 17 Jahren gibt es die Bauwagen-Kolonie auf einem städtischen Grundstück am Stau. Die Stadt hat den Mietvertrag Anfang Dezember gekündigt, um das Sanierungsgroßprojekt Alter Stadthafen zu realisieren (NWZ  berichtete). Der Mietvertrag endet am 28. Februar. Danach läuft noch eine zweimonatige Umzugsfrist.

Weitere Luftaufnahmen von Oldenburg

Da die Verwaltung diese alternative Wohnform auch weiterhin ermöglichen möchte, wurden in den vergangenen Monaten mehrere Standorte geprüft. Verwaltung, Politik und Bauwagen-Bewohner trafen sich bereits dreimal zu Gesprächen über Standort-Vorschläge (u.a. Elbestraße, Pophankenweg, Fliegerhorst und Hafen-Süd­ufer).

Von städtischer Seite wird ein Grundstück an der Maastrichter Straße hinter den Weser-Ems-Hallen favorisiert. Die Bewohner der Wagenburg können sich diesen Standort vorstellen. Kritisch gesehen wird aber, dass eine Abfahrt vom Hallen-Gelände an dem möglichen Wagenburg-Domizil entlang verläuft.

Fritz Frerking und andere Anlieger der Straße Unterm Berg sind gegen eine Bauwagen-Kolonie in der Nachbarschaft. Befürchtet wird eine zusätzliche Lärmbelästigung. Bereits heute sei das Wohngebiet durch den Lärm von Gewerbe, Bahn und Veranstaltungen der Weser-Ems-Hallen beeinträchtigt. Nach Ansicht von Jurist Frerking sprechen auch baurechtliche Gründe gegen eine Ansiedlung.

Die Entscheidung dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. In der nächsten Woche trifft sich die Stadt mit den Bauwagen-Bewohnern, um sich auf einen Standort zu verständigen. „Wir müssen dann abwarten, wie die Politik auf den Vorschlag und die Positionen der Anwohner reagiert“, erklärt Stadtsprecher Andreas van Hooven.

Die Wagenburg ist am Montag, 28. Januar, auch Thema im Ausschuss für allgemeine Angelegenheiten (16 Uhr, Altes Rathaus). Dann geht es um die Kosten für die Verlagerung.

Damit auch die Anwohner der Straße Unterm Berg ihre Bedenken vortragen können, hat die CDU am Freitag eine Bürgerversammlung zum Thema Wagenburg gefordert.

Leserkommentare

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  Jabox 22.01.2013, 14:46:30
Wir sind jetzt auch als "Bürgerinitiative für harmonisches Wohnen in Oldenburg" formiert, mehr Informationen auch auf www.bihwol.de .
  einfacherbuerger 21.01.2013, 19:21:37
Warum sollte die Stadt die Kosten für einen Umzug übernehmen? Seit wann muss der Vermieter für den Mieter die Kosten des Umzugs übernehmen? Was läuft hier eigentlich in der Städtischen Verwaltung? Wird mein nächster Umzug auch bezahlt?
  venom02 19.01.2013, 20:11:24
Ich hätte einen Vorschlag für einen neuen Standort :
Im Achterdiek.
Dort wohnen weltoffene, tolerante und jeder Bereicherung offen eingestellte Menschen.
Und, dort ist genug Platz für alternative Lebensplanungen.

Oder ?


Über den Autor

Rainer Dehmer

Oldenburg
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Widerstand gegen neuen Wagenburg-Platz
Die Stadt will sich nächste Woche mit den Bauwagen-Bewohnern abstimmen. Danach berät die Politik im Ausschuss über den Umzug.
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19.01.2013
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