Verkehrsausschuss:
490.000 Euro für bessere Radwege in Oldenburg

Politik stockt Rad- und Fußverkehrsprogramm der Stadt auf

Mehr Geld für nun insgesamt 24 Ausbesserungen fordert die Politik. Um sicherzustellen, dass die Maßnahmen auch umgesetzt werden, soll ein neuer Mitarbeiter im Verkehrsressort eingestellt werden.

Oldenburg Mehr Geld für Radler und Fußgänger: Der Verkehrsausschuss hat am Montagabend dem Rat das Rad- und Fußverkehrsprogramm zur Annahme empfohlen. Gegenüber dem Verwaltungsentwurf wurde das Programm um 80 000 auf 490 000 Euro und die Zahl der Maßnahmen von 16 auf 24 aufgestockt. Damit gibt Oldenburg rund 3 Euro pro Kopf und Jahr für den Fuß- und Radverkehr aus.

Kommentar: Richtige Ansätze

Ein oft vom ADFC zitiertes Gutachten, das auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Münster 2013 vorgestellt wurde, empfiehlt acht bis 18 Euro pro Kopf. Allerdings: Der Ausbau der Radroute West, für den die Stadt einen Zuschussantrag beim Land gestellt hat, ist an anderer Stelle im Haushalt verankert – mit einem Volumen von 1,2 Millionen Euro. Das sind die größten Einzelposten für 2016:
An der Gartenstraße sollen die Einmündungen von Taubenstraße und Wisserstraße aufgepflastert werden, damit Autofahrer, die aus den Nebenstraßen kommen, stärker auf Radler und Fußgänger achten.
Gleiches gilt für die Einmündungen von Lindenallee, Rummelweg und Ratsherr-Schulze-Straße an der Fahrradstraße Haarenufer.
Am Pferdemarkt sollen Lücken im Rad- und Gehweg geschlossen werden. Hier gilt fast überall Zweirichtungsverkehr – nur nicht an Teilen der Heiligengeiststraße und der Donnerschweer Straße. Zudem soll der Radweg an der Huntestraße (zwischen Hafen und Amalienstraße) für den Zweirichtungsverkehr im Zuge der Innenstadttangente Ost fit gemacht werden.
An der Karlstraße wird eine barrierefreie Querungshilfe gebaut, nachdem die Fernbushaltestelle neu gestaltet wurde. Es sollen weitere sichere Querungsmöglichkeiten geschaffen werden: Am Stau Höhe Kaiserstraße und am Meerweg/Alter Postweg.
Diese Wege stehen 2016 zur Sanierung an: Die Rad- und Gehwege an der Alexander-straße (Höhe Fliegerhorst), Sperberweg, Borchersweg und der Gehweg am Osternburger Kanal/Küstenkanal (Hermann-Ehlers-Straße).
Weiteres Geld soll fließen, um Fahrradboxen als sichere Abstellmöglichkeiten anzuschaffen, die Abstellanlage am Kasinoplatz auszubauen und den Bahnhofsvorplatz barrierefrei zu gestalten.

Um sicherzustellen, dass die Maßnahmen auch umgesetzt werden, soll ein neuer Mitarbeiter im Verkehrsressort eingestellt werden. In den Vorjahren waren bereits beschlossene Maßnahmen häufig wegen fehlender Kapazitäten aufgeschoben worden.

Joachim Voss (CDU) und Manfred Drieling (FW-BFO) mahnten an, dass der Radweg an der Alexanderstraße zwischen Bahnübergang und Autobahn saniert werden müsse: „Wer da fährt, holt sich eine Gehirnerschütterung.“ Da der Bahnübergang Gegenstand der Bahn-Pläne für die Stadtstrecke ist, wird hier vorerst nicht saniert. Sollte die Stadtstrecke gebaut werden, entsteht hier ein Trog – und alle Nebenanlagen werden erneuert. Die anderen von den Politikern genannten Abschnitte werden geprüft, sagte Oldenburgs Fahrradbeauftragte Kerstin Goroncy.

Von der Radtangente Ziegelhof-Waterende, die Rot/Grün in den Haushalt eingestellt hat, ist im Programm nicht explizit die Rede. Stadtbaurätin Gabriele Nießen bekräftigte, dass für die Verwaltung der Ausbau der Radialen von den Stadtteilen in die City Vorrang habe. Wenn die fertig seien, könne man über einen Ring reden, der Stadtteile verbinde. „Ich sehe keinen Widerspruch“, sagte sie.

Leserkommentare

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  udoline 20.01.2016, 14:31:42
Aufpflasterungen? Mit schön rutschigen Rödelsteinen, damit auch Radfahrer nur langsam abbiegen können. Zweirichtung? Damits es mehr Unfälle gibt. Fahrradboxen? Um weiterhin vorhandene Stellplätze in Verkaufsfläche umwandeln zu können.
  IngClau 20.01.2016, 13:49:10
Sicher muss noch einiges an SIcherheit für die Radfahrer getan werden, aber hier wird schon wieder der teuereste Weg gewählt, gerade im Bereich Haarenufer könnte man, wie in anderen Städten oft praktiziert, den Kreuzungsbreich rot einfärben.
Un auch wenn jetzt gleich einige wieder schreien, auch eine richtige Sanierung der Straßen würde es für alle sicherer machen. Die ganzen Schlaglöcher in diversen Straßen die jedes Frühjahr (wie jetzt) wieder offen sind, müssen mal richtig gemacht werden. Dann können auch alle die Straße sicher nutzen, Autos weichen nicht plötzlich aus und Radfahrer fahren klingeln keine Fußgänger auf Gehsteigen aus dem Weg.

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Thorsten Kuchta

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