Kampagne Für 40.000 Euro:
So will Oldenburg Radler in die Spur bringen

Fahrbahn oder Radweg? Viele Radfahrer sind verunsichert. Mit einer Informationskampagne – geplant ist auch ein Kinospot – will die Stadt gegensteuern.

Oldenburg Die Stadtverwaltung steigt in die Verkehrserziehung ein: Eine Informationskampagne soll im nächsten Jahr über das richtige Verhalten bei unterschiedlicher Radverkehrsverführung aufklären. Es ist beabsichtigt, dafür 40 000 Euro im Rad- und Fußverkehrsprogramm für 2016 vorzusehen. Der Start der Kampagne sei für Mai oder Juni geplant. „Wir brauchen erst einen genehmigten Haushalt“, so Stadt-Sprecher Reinhard Schenke.

Die Kampagne geht auf eine Initiative der Grünen im Stadtrat zurück. Deren verkehrspolitischer Sprecher Sascha Brüggemann beklagt „immer noch große Unsicherheit und Wissenslücken in diesem Bereich“.

Auch die Stadtverwaltung sieht „nach wie vor hohen Informationsbedarf“, betont Dezernentin Gabriele Nießen. „Wo darf ich mit dem Rad auf die Fahrbahn, wo nicht?“, „Wo darf ich den Radweg in beide Richtungen benutzen?“, „Welche Regeln gelten auf einer Fahrradstraße?“ – das seien häufig gestellte Fragen.

Vor allem seit Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht sind Radfahrer ins Schlingern geraten – hier für Klarheit zu sorgen, werde eines der zentralen Themen der Kampagne sein. Es solle deutlich werden, was sich an der Beschilderung ändert, erläuterte Reinhard Schenke. So sollen einige blaue Schilder, die bislang eine Radwegnutzung vorschreiben, abgebaut werden.

Zwar gebe es bundesweit zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema, räumt die Stadtverwaltung ein. Diese würden jedoch außerhalb der Fachöffentlichkeit kaum wahrgenommen.

Die Oldenburger Kampagne soll daher ersten Ideen zufolge die Erstellung eines Slogans und eines Flyers sowie Pressearbeit beinhalten, um Radlern in die richtige Spur zu verhelfen. Um tatsächlich eine größere Öffentlichkeit zu erreichen, sei auch daran gedacht, einen Kinospot drehen zu lassen, heißt es aus dem Verkehrsamt.

Mit der Erarbeitung eines Konzeptes und mit der Ausgestaltung will die Stadt eine externe Agentur beauftragen.

Leserkommentare

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  goetz.griebel 26.11.2015, 18:30:02
@Oldenburger genau auf dem Damm fahre ich jeden Tag zweimal mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn. Hier werde ich häufiger von AutofahrerInnen angehupt und genötigt.

Warum tue ich das? Ganz einfach ich möchte Sicher und Schnell zur Arbeit kommen und wieder zurück. Auf dem nicht benutzungspflichtigen Radweg sind 2 Ampeln mit sehr kurzer Grünphase die nicht aufeinander abgestimmt sind. Somit muss ich an beiden Warten. Auf der Straße sind sehr lange Grünphasen. Der Radweg ist bei Nässe sehr glatt, sehr eng, häufig durch parkende und abbiegenden Fahrzeuge Blockiert.

Für mich ist der Damm eine Verkehrsader der RadfahrerInnen, über diese gelangt man direkt von der Innenstadt zur Fahrrad Autobahn am Osternburger Kanal, für Autos kann ich Niedersachsendamm und Amalienbrücke empfehlen.

Wer oder was Weltfremd und Dumm sollen andere beurteilen. Ich denke je mehr Menschen sich auf das Fahrrad setzen desto geringer wird auch die Schadstoffkonzentration in der Stadt sein. Dafür ist es wichtig das es möglich ist mit dem Fahrrad zügig und sicher durch die Stadt zu kommen. Ja es gibt VerkehrsteilnehmerInnen die auf die Mobilität mit dem Auto in der Innenstadt angewiesen sind. Wenn bei denen mit Wahlfreiheit zwischen Auto und Fahrrad haben, die Wahl häufiger aufs Auto fällt, sollte die Stadt noch die Straßenführung und Ampelschaltung zu Gunsten der FahrradfahrerInnen verbessern.

Leider passiert genau das nicht!?

  Sascha74 25.11.2015, 11:20:13
Wieso schreibt MichaelReins jetzt hier eigentlich als "Oldenburger"?
  Oldenburger 24.11.2015, 20:15:00
@ goetz.griebel

Ist ihnen noch gar nicht aufgefallen, das man in Oldenburg auf über 90% der Straßen mit den Fahrrädern auf den Fahrbahnen fährt; man muß Radfahrer nun auch nicht unbedingt auf die Hauptverkehrswege bringen, um den verkehrsfluss mit Vorsatz weiter zu behindern.
Reden die Grünen doch so gerne über hohe Werte der Schadstoffe in der Luft, bringen aber selbst alles möglichst zum Stillstand, damit sich die Schadstoffkonzentration noch weiter erhöht. Das ist Weltfremd und äußert dumm!
  Oldenburger 24.11.2015, 20:09:12
@ roman.eichler

Radfahrer sind - wie man am Damm sieht - tatsächlich nicht so verrückt und fahren auf der Fahrbahn. Sie sollten sich einfach mal die Situation dort ansehen und dann ggf noch etwas dazu sagen. Und fragen sie doch mal die dort fahrenden Radfahrer, warum sie denn nicht auf der Fahrbahn fahren - nicht mehr und nicht weniger. Über ihr Ergebnis freue ich mich jetzt schon.
  Oldenburger 24.11.2015, 20:02:19
@ udoline 24.11.2015, 13:38:01

Ist ihnen schon mal aufgefallen, das sich auch Radfahrer zum Thema melden und das Verhalten anderer Radfahrer kritisieren?
Ihre Auffassung kennen wir ja alle schon ; und die ist schon recht fragwürdig.
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Über den Autor

Stephan Onnen

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