Verwertung:
Altkleider locken schwarze Schafe an

Illegaler Sammel-Container an Alexanderstraße

Um 40 Prozent sind die Tonnenpreise für Altkleider in diesem Jahr gestiegen. Der Anbieter „Babynothilfe“ sammelt ohne Genehmigung der Stadt.

Oldenburg Ein rotes Kreuz, ein Kinderwagen als Logo und beige Farbe: Der Altkleidercontainer an der Alexanderstraße, nahe der Einfahrt zum Fliegerhorst, ist von den Symbolen her kaum von den Sammelcontainern bekannter Hilfsorganisationen zu unterscheiden.

Tatsächlich aber habe der Anbieter Babynothilfe (BNH) seine Gemeinnützigkeit nicht nachgewiesen, so die Stadt. Die angegebene Internetadresse ist ein Irrläufer. Auf Anfrage der NWZ berichtet Swantje Engel, Pressesprecherin der Stadt: „Die BNH hat den Container aufgestellt, obwohl es keine Genehmigung der Stadt gab.“

Die zuständige Untere Abfallbehörde habe die Babynotfallhilfe mehrfach um Nachweise gebeten – und nach Ablauf der Fristen eine Untersagung zugestellt, so Engel. „Jedes Schreiben ist als nicht zustellbar zurück gekommen.“ Eine ladungsfähige Adresse liege nicht vor.

Tom Borsum, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), weist auf mögliche Folgen hin: „Den gemeinnützigen Organisationen wird von dubiosen Container-Anbietern das Wasser abgegraben.“ Borsum erklärt: „Der Preis für eine Tonne Altkleider ist im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gestiegen. Das lockt auch schwarze Schafe an. Trittbrettfahrer geben vor, die Kleider für einen guten Zweck zu sammeln.“

40 Tonnen an Textilien sind im vergangenen Jahr allein beim DRK zusammengekommen: Auf eigenen Liegenschaften in Oldenburg waren elf Altkleidercontainer aufgestellt. Der BNH-Container an der Alexanderstraße quillt zur Zeit über. Lange wird er dort ohnehin nicht bleiben: „Die Untere Abfallbehörde wird den Container in Kürze einziehen“, so Swantje Engel.

Grundsätzlich dürften auch gewerbliche Firmen ihre Container im Stadtgebiet aufstellen, informiert die Pressesprecherin. Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz müssen dafür jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Ein weiterer Container im Bereich Karuschenweg – nach Angaben der Stadt „vermutlich auf dem Gelände der Deutschen Bahn“ – steht im Fokus. „Wegen der Entsorgung stehen wir mit der Bahn in Verbindung“, so Engel.

Für eine Tonne Altkleider werden mehrere Hundert Euro gezahlt.

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  OL-mit-Herz 10.03.2013, 21:56:13
Dann sollte man in diesen "schwarzen" Container nur unbenutzbare Dreckwäsche werfen ;-) Dann wird diese Firma nicht mehr lange überleben. ;-)

Über den Autor

Evelyn Eveslage

Wardenburg
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