Lindenallee In Oldenburg:
Amt will bei Sanierung und Fahrbahnbreite sparen

Der OOWV drängt auf eine Kanalsanierung an der Lindenallee. Auf diesen Zug will die Stadt aufspringen und die Asphaltschicht erneuern. Die wird allerdings schmaler ausfallen als bisher.

Oldenburg Die Lindenallee bekommt wieder Linden – das ist ein kleines Detail beim von der Stadtverwaltung im nächsten Jahr vorgesehenen Ausbau der Straße. Die Grundzüge der Planung stellte Tiefbauamtsleiter Johann de Buhr am Montagabend im Verkehrsausschuss vor.

Vorrangig geht es der Stadt darum, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) dränge seit 2009 darauf, den maroden Mischwasserkanal in der Straße zu ersetzen, berichtete de Buhr. Spätestens 2016 wolle der OOWV zur Tat schreiten – und die Stadt möchte „mitmarschieren“, wie de Buhr es ausdrückte. Schließlich wird die Erneuerung der Lindenallee für dringend notwendig gehalten: So weise die Asphaltschicht über der Natursteinpflasterung erhebliche Schäden auf. Werde der Ausbau zusammen mit der Kanalsanierung vorgenommen, könne man Kosten für die Anlieger sparen und zwei Baustellen vermeiden, argumentierte de Buhr. „Wir werden die Mittel für den Haushalt des nächsten Jahres anmelden“, kündigte Baudezernentin Gabriele Nießen an.

Das Tiefbauamt will die Planung den Anliegern schon in diesem Frühjahr vorstellen. Der Entwurf sieht für die geradlinige Lindenallee 23 Längsparkplätze für Pkw in den Seitenräumen der Fahrbahn vor. Zurzeit gibt es 32 Stellplätze – die Reduzierung hält die Verwaltung im Hinblick auf die Verbesserung der Straßenraumgestaltung für hinnehmbar. In der Mitte der 400 Meter langen Ausbaustrecke zwischen Hindenburgstraße und Haarenufer ist ein Seitenwechsel der Parkplätze vorgesehen.

Die Fahrbahn soll auf beiden Seiten von einem etwa 2,60 Meter breiten Gehweg flankiert werden. Auf der östlichen Seite sind zwischen Gehweg und Fahrbahn zwei Meter breite Park- bzw. Grünstreifen vorgesehen. Die Fahrbahnbreite soll von jetzt 6,15 Meter auf 4,75 Meter verringert werden. Dagegen meldeten im Ausschuss VWG-Betriebsleiter Carsten Atzler und Polizei-Verkehrsexperte Bernhard Stegemann Bedenken an. Atzler verwies darauf, dass die Lindenallee dann nicht mehr als Ausweichroute für Busse im Falle von Sperrungen des Innenstadtringes in Frage komme. Stegemann listete 23 Unfälle zwischen 2012 und 2014 auf, in neun Fällen handelte es sich um abgefahrene Spiegel im Begegnungsverkehr: „Das ist für eine Strecke von 400 Metern sehr viel.“

Die Kosten kalkuliert die Verwaltung mit rund 790 000 Euro für den Straßenbau und 21 000 Euro für die Beleuchtung. Etwa die Hälfte dieser Summe will die Stadt auf die Anliegergrundstücke umlegen, da die Lindenallee als „öffentliche Einrichtung mit starkem innerörtlichen Verkehr“ eingestuft wird. Für die in 1998 vorgenommene Neupflasterung der Nebenanlage auf der westlichen Straßenseite werden bei der jetzt geplanten Erneuerung keine Ausbaubeiträge mehr erhoben.

Leserkommentare

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  nwz 18.02.2015, 15:38:33
Und die Müllabfuhr kommt nicht weiter, weil sich der Gegenverkehr ja auch nicht in Luft auflösen kann.

Hach, wird das schön.
  Privatier 18.02.2015, 14:25:57
Es ist das erklärte Ziel der städtischen Verkehrsplanung, Autofahrer zu ärgern, auch durch die Anpflanzung von Linden.
Eine Einbahnregelung würde für flüssigen Verkehr sorgen und ist schon deshalb nicht vorgesehen.
Wenn auf einer 4,75 m breiten Fahrbahn die Müllabfuhr unterwegs ist, dann kommt in Gegenrichtung kaum noch jemand vorbei.
  Petra.Kosten 18.02.2015, 11:15:18
Schon jetzt weicht der Gegenverkehr z.T. auf den Radweg aus, damit man sich begegnen kann. Der einfallende Verkehr aus Richtung Marschweg belastet die Lindenallee stark. Insbesondere morgens kommen noch sehr viele Radfahrer dazu, so dass es häufig zu brenzligen Überholmanövern kommt. Die Einrichtung einer Einbahnstraße in Richtung Stadt wäre eine gute Lösung, um den Verkehr zu entzerren und das Parkplatzangebot bitte nicht einzuschränken. Die Stellplätze reichen jetzt schon nicht für die Anwohner aus. Eine Verringerung um 9 Parkplätze halte ich für eine sehr schlechte Maßnahme.
  basso 18.02.2015, 10:43:58
Auch wenn die Fakten ggf. nicht optimal dargelegt wurden, sind 4,75 m sehr wenig. Zum Vergleich:
2,30 m beträgt die Normbreite von Stellplätzen in Parkhäusern und
2,50 m beträgt die Normbreite von Fahrspuren in Baustellenbereichen der Autobahnen.
Ich denke, dass man konsequent sein soll und ein Einbahnstraßensystem die einzig korrekte Lösung ist.
  conyne 18.02.2015, 09:31:21
Der Artikel ist schlecht formuliert und vermittelt ein falsches Bild. Von der Straße in ihrer Gesamtbreite wird schon mal überhaupt nichts abgeknapst. Und was die Fahrbahn angeht, werden die jetzt halb auf den Gehweg parkenden Autos in extra Parkbuchten verfrachtet. Die tatsächliche lichte Fahrbahnbreite leidet darunter nicht. Nur der rein gemessene Wert von Bordsteinkante zu Bordsteinkante, unterscheidet sich.
Die Straßenquerschnitte kann sich jeder kostenlos und einfach über das Ratsinformationssystem der Stadt anschauen. Ein Hinweis darauf wäre doch auch in solch einem Artikeln wünschenswert.

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Stephan Onnen

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