Oldenburger Bahnhof:
Bahn hält an Abriss der Gleishalle fest

OB Jürgen Krogmann hat wenig Hoffnung, dass die historische Gleisüberdachung erhalten werden kann. Der Zustand der Gleishalle ist anscheinend so schlecht, dass für die Fahrgast-Sicherheit „Sofortmaßnahmen“ eingeleitet werden müssen.

Oldenburg Wenig Hoffnung für den Erhalt der historischen Gleisüberdachung am Hauptbahnhof: Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Stadtbaurätin Gabriele Nießen fürchten nach Gesprächen mit Bahnvertretern am Mittwoch, dass die Deutsche Bahn AG die historische Gleishalle am Bahnhof nicht erhalten will.

Der Grund für die Sorgen: Am Mittwoch fand auf Einladung der Stadt ein Gespräch mit Vertretern der DB Station & Service AG zur denkmalgeschützten Gleishalle statt. Die Vertreter der DB AG machten dabei – so teilte es die Stadt am Donnerstag mit – darauf aufmerksam, dass der bauliche Zustand der Gleishalle sehr schlecht sei und zur Sicherheit der Fahrgäste und des Bahnbetriebs „schon Ende März Sofortmaßnahmen eingeleitet werden“ müssten, die zur Gewährleistung der Standsicherheit beitragen sollen. Im Klartext: Dazu gehöre der weitere Abbau denkmalgeschützter Bestandteile. Der aber ist genehmigungspflichtig. Dennoch: „Für uns ist die jetzt an den Tag gelegte Eile der Bahn nicht nachvollziehbar“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Die Bahn hat offenbar kein Interesse, die historische Gleishalle zu erhalten. Hier sollen Fakten geschaffen werden, um eine breite Diskussion zu verhindern“, so der OB weiter.

Das zeige auch der angekündigte Zeitplan: Schon im April soll das Planfeststellungsverfahren zur Variante „Neue Bahnsteigdächer in der Länge der alten Halle“ eingeleitet werden. Die Stadt habe gefordert, dass die Bahn die Unterlagen, die zu der Einschätzung führen, dass ein Erhalt des Denkmals nicht vertretbar ist, zur Verfügung stellt. Dies habe die Deutsche Bahn AG für die nächsten zwei bis drei Wochen zugesagt.

Stadtbaurätin Nießen befürchtet, dass die Bahn nunmehr entschlossen ist „das Denkmal zu beseitigen“. Nach Auffassung der Stadt ist die vernachlässigte Unterhaltung Ursache für den schlechten Zustand der Gleishalle.

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  thomas.kaschubs 04.03.2016, 10:27:20
Typisch DB aber das war ja nicht anders zu erwarten denn die Oldenburger Gleishalle ist ja kein Prestige Objekt. Was ich mir auch vorstellen könnte dass das mit der Umstrittenen Umfahrung und dem ganzem Geplänkel zu tun hat. Keine Gleishalle keine Probleme.
Mit anderen Worten gibst Du mir das Schäufelchen nicht mach ich deine Sandburg kaputt. Allein die Androhung der Enteignung von Grundstücken usw erinnert eher an ein Bockiges Kleinkind was bisher alles bekommen hat und nun auf einmal auf widerstand stößt. Also wird an anderer Stelle versucht Stress zu machen.
  HanZsch 04.03.2016, 09:08:08
So spielt nun einmal das "Bahn-Leben".
Die Halle wird jahrzehnte lang nicht anständig gewartet und muss wohl nun abgerissen werden, weil die Erhaltung/Sanierung jetzt auf einmal zu teuer ist bzw. die Sicherheit der Fahrgäste gefährdet. Dieses Vorgehen der Bahn ist in vielen ihrer Bereiche zu beobachten. Selbst eingebaute Glasdächer u.a. Einrichtungen in neuen Bahnsteigen werden nicht gepflegt und gewartet.
Die zwei Dächer im Bahnhof Wilhelmshaven z.B. können ein Lied davon singen.

Denkmalschutz hin und her, auch der Erhalt der Bahnüberführung in Varel dürfte noch ein gerichtliches Nachspiel zwischen dem Eisenbahnbundesamt und der Denkmalschutzbehörde haben, weil der Erhalt der "Restüberführung" samt seiner Erhöhung und Sanierung dreimal so teuer ist, wie ein Brückenneubau mit Fahrstühlen.

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