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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Bahnhof Krusenbusch wird versteigert

11.11.2010
NWZonline.de NWZonline 2015-07-29T10:24:23Z 280 158

Stadtentwicklung:
Bahnhof Krusenbusch wird versteigert

BüMMERSTEDE Was haben das Geburtshaus von Marlene Dietrich, die Elbbrücke Dömitz und das Verwaltungsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Krusenbusch gemeinsam? Ganz einfach, alle Bauwerke kamen bzw. kommen beim Berliner Auktionshaus Karhausen unter den Hammer. Vom 3. bis 6. Dezember soll die Bahn-Immobilie (Adresse Bahnhofsallee 451) versteigert werden.

Für Oldenburg eine eher seltene Art des Grundstücksverkaufs (da es sich nicht um eine Zwangsversteigerung handelt). „Und höchstwahrscheinlich ist noch nie ein Gebäude wie dieses zu solch einem Preis auf Oldenburgs Immobilienmarkt angeboten worden“, glaubt Torsten Linser, der für das Berliner Auktionshaus von Stralsund aus den Norden Deutschlands betreut. 98 000 Euro sind zunächst aufgerufen worden – in der Tat recht günstig für ein Mehrparteienhaus (sechs der neun Wohnungen sind belegt) plus 500 Quadratmeter großes Baufeld nebenan mit einem jährlichen Mietertrag von etwa 25 000 Euro.

„Natürlich sollte der Startpreis deutlich abweichen von den Erwartungen“, meint Linser, der das stadtbildprägende Gebäude im Auftrag der Bahn AG versteigert. „Seit der Finanzkrise halten wir uns mit hohen Preiszielsetzungen aber zurück.“

Dennoch: Es wäre nicht das erste Mal, dass am Ende einer Auktion jede Erwartung übertroffen wird. Jüngstes Beispiel: Karhausen versteigerte die denkmalgeschützte Elbbrücke Dömitz – bei einem Ausgangspreis von 35 000 Euro ging der unzerstörte Teil des Bauwerks für 305 000 Euro an einen Niederländer (die NWZ  berichtete). Und sogar für das Zehnfache des Aufrufs von 390 000 Euro verkaufte Karhausen einen Teil des ehemaligen Rundfunkzentrums der DDR in Berlin.

Das Verwaltungsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Krusenbusch wurde 1910 errichtet, ein Jahr nachdem die Anlage unter dem Namen „Kreuzungsbahnhof Osternburg“ in Betrieb gegangen war. Ab 1917 hatte der gesamte Komplex des Verschiebebahnhofs seine größte Ausdehnung erreicht mit über 30 Kilometern Gleisen, 114 Weichen, sechs Stellwerken, einem Lokschuppen, zwei Drehscheiben und einem Wasserturm.

Nach der Zerstörung der Anlage im Zweiten Weltkrieg wurde alles wieder aufgebaut; und 1951 kam der Bahn-Haltepunkt Krusenbusch für den Personenverkehr hinzu mit einem kleinen Gebäude an der Straße Am Schmeel.

1976 aber kam das Aus für den Verschiebebahnhof, drei Jahre später wurde auch der Personenverkehr hier eingestellt. Übrig blieben viele Schienen, die Eisenbahnbrücke hinüber nach Bümmerstede – und das Verwaltungsgebäude, das 100 Jahre nach seiner Fertigstellung nun unter den Hammer kommt.