Verabschiedung
„Er gehört zu Oldenburg wie Grünkohl“
Helmut Fokkena feiert 65. Geburtstag und geht als Weser-Ems-Bus-Leiter in Ruhestand
Helmut Fokkena feiert 65. Geburtstag und geht als Weser-Ems-Bus-Leiter in Ruhestand
OLDENBURG Für viele ist er das Original der Stadt und einer der umtriebigsten Oldenburger überhaupt. Helmut Fokkena, der aber viel lieber nur „Fokki“ genannt werden will. Der Mann hinter der Oldenburg-Kutsche, der Erfinder des Weidenfestes und Mitglied in 36 Vereinen feierte am Donnerstag gleich doppelt. – seinen 65. Geburtstag und seinen Abschied als Regionalleiter bei Weser-Ems-Bus.
„Er gehört zu Oldenburg wie der Grünkohl“, stellte Festredner Horst Milde vor den 270 Gästen im alten Oldenburger Landtag gleich zu Beginn klar. Landräte, Politiker, Vereinspräsidenten, Bürgermeister, Gesangsgruppen, Theatermacher, Pferdefreunde aber eben auch alte Weggefährten aus Bahnzeiten feierten ihren „Fokki“.
„Er ist Bundesbahnoberamtsrat. Und darauf legt er großen Wert“, verriet Milde. 1965 fing „Fokki“ bei der Bahn in Cloppenburg an. „Eigentlich wollte er Polizist werden“, so Milde. „Aber das war seinem Vater zu gefährlich.“
Quer durch Durchland führte ihn sein Berufsweg, bis er 1989 zur frisch gegründeten Weser-Ems-Bus wechselte. Das Verkehrsmittel änderte sich, doch Fokkena blieb Eisenbahner. Auch, weil er seit mehr als 25 Jahren an der Spitze des Eisenbahnersozialwerkes steht. „Sein soziales und menschliches Engagement sind beeindruckend“, meinte Milde.
Bei Weser-Ems-Bus führte der Bahner zwei sehr erfolgreiche Dinge ein. Den Urlauberbus hat er ebenso erfunden wie die „Nachteulen“. Letztere, so verriet er am Donnerstag, setzte er zunächst ohne Lizenz ein. „Wir haben einfach erstmal gemacht“.
Dass Fokkena „im Nordwesten weltberühmt wurde“, lag an seinem Ideenreichtum und seinen Kontakten. Dass er 1999 mit der Oldenburg-Kutsche den letzten Koffer des damaligen Bundestagsabgeordneten Dietmar Schütz von Bonn nach Berlin brachte, ließ viele erst schmunzeln. Doch die gewaltige Medienresonanz erwies sich auch als positive Oldenburg-Werbung.
Mit der Kutsche trat er in Theatern, Arenen und sogar bei der Steubenparade in New York auf. „Das haben wir einfach gemacht. Ohne Genehmigung oder jemanden zu fragen“, verriet Helmut Fokkena am Donnerstag.
Der langjährige Hobby-Torwart steckt auch hinter zwei ganz besonderen Oldenburger Veranstaltungen. Alljährlich organisiert er den Tag des Pferdes auf dem Pferdemarkt. Und das Weidenfest in Bümmerstede (kommenden Mittwoch wieder) hat sich in 27 Jahren zu einem der Netzwerk-Treffpunkte entwickelt – mit einem überaus bunten Publikum von Showstars über Politiker bis zu Wirtschaftsvertretern, Pferdefreunden, Gesangsvereinen oder Fußballbundesliga-Spielern. „Auch ein späterer Kurzzeit-Bundespräsident fühlte sich dort sehr wohl“, verriet Milde.
Der ehemalige Landtagspräsident nutzte seine Rede auch für ein Plädoyer zugunsten des Graf-Anton-Günter-Denkmals am Schloss.
Wie es sich für ein Fest bei „Fokki“ gehört, kam die Musik nicht zu kurz. Die pfiffigen Sieben begrüßten die Gäste. Dann reichte der Reigen der musikalischen Darbietungen vom Oldenburger Shanty-Chor über den Eisenbahner-Männerchor bis zum Jagdhornbläsercorps Hubertus. Auch „Fokki“ selbst wollte sich zum Geburtstag ein eigenes Ständchen bringen. Doch kaum hatte er das Mikrofon in die Hand genommen, da stürmte Gastwirt Erwin Abel auf die Bühne. „Heute singe ich für Dich“, und dann stimmte er unter dem Beifall der Besucher ein.
Was bei den von Helge Ihnen (August-Hinrichs-Bühne) moderierten Feierlichkeiten unterging, war die Staffelweitergabe an Nachfolger Hans Mattevi. Wobei der Fokkena nur als Regionalleiter bei Weser-Ems-Bus folgen wird. Den Job als großes Oldenburger Original wird „Fokki“ auch im Unruhestand fortführen – bereits nächste Woche auf dem Weidenfest.
@ Mehr Bilder unter http://www.NWZonline.de/fotos-oldenburg
NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.nwzonline.de/nwztv
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Jasper Rittner
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