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NWZonline {{SHARING.setTitle("Junge Pflegebedürftige finden nur Plätze in Seniorenheimen")}}

Gesundheit:
Junge Pflegebedürftige finden nur Plätze in Seniorenheimen

Oldenburg 400 000 Pflegebedürftige in Deutschland sind jünger als 60 Jahre. Auch in Oldenburg steigt die Zahl jener, die etwa nach der Diagnose Multiple Sklerose (MS), nach einem Unfall oder nach einem Schlaganfall nicht mehr ohne Hilfe zu Hause leben können. Bisweilen können Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn helfen. Wer einen Pflegeplatz benötigt, findet zumeist als Alternative nur das Seniorenheim.

Erst langsam ändert sich das. Als vorbildlich gelten Pflegeheime mit Abteilungen für Jüngere in Düsseldorf, Wetzlar, Osnabrück und Bremen. Um die Situation in Oldenburg zu analysieren, startete das Versorgungsnetz Gesundheit eine Fragebogenaktion.

In Oldenburg gibt es etwa ein Projekt, das direkt neben dem Bahlsen-Gelände entsteht. Dort wird vermutlich ab 2015 die CelaVie-Projekt GmbH ein Haus bauen, in dem sieben jüngere Pflegebedürftige leben können.

Die Problematik aus seinem beruflichen Alltag kennt Michael Höhn. Der Inhaber des Pflegedienstes Ambulant erklärt, dass junge Pflegebedürftige andere Ansprüche haben als ältere: Sie wollen ihre Freizeit anders gestalten und über andere Themen sprechen. „Damit sind sie in Altenheimen definitiv fehl am Platz“, erklärt Höhn, „die Strukturen passen einfach nicht zueinander.“

Anfang des Jahres hatte Sigrid Meier dieses Thema angestoßen. Sie engagiert sich in der Gruppe „Mit Schwung“, einer von zwei Oldenburger MS-Selbsthilfegruppen.

Das Versorgungsnetz Gesundheit, das im Frühjahr zehnjähriges Bestehen feierte, entwickelte in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe einen Fragebogen. Auf der Grundlage der Daten soll gemeinsam mit Ärzten, Selbsthilfegruppen, der Stadt, Krankenkassen, Pflegediensten und -einrichtungen nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht werden.

Diplompädagogin Anke Rosenau ist überzeugt davon, dass die Aktion unterm Strich positive Ergebnisse bringen wird. In ihren Augen gilt es, zunächst einmal ein Bewusstsein für diese Problematik in der Gesellschaft zu schaffen. Und sie weiß, wovon sie spricht, denn schließlich sitzt sie selbst im Rollstuhl. Sie hat das Glück, dass ihre Familie, Freundeskreis und ein Pflegedienst zur Seite stehen. Aber das sei nicht die Regel. Aber schließlich solle jeder Mensch das Leben führen können, das er möchte.

Den Fragebogen gibt es im Klinikum unter Tel. 403 26 98.


 Fragebogen unter     www.versorgungsnetz-gesundheit.de 
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